Die Union erhält 1923 einen Brief mit 20.000 Mark Porto

dz

Fröndenberg

, 19.11.2018, 13:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg und besonders in den 1920er-Jahren machte sich natürlich bei allen geldwerten Papieren bemerkbar: So mussten in der Hochzeit des Wertverfalls im Herbst 1923 Briefe und Postkarten mit Unsummen von Porto beklebt werden, um befördert werden zu können.

Die Union erhält 1923 einen Brief mit 20.000 Mark Porto

Ein Einschreiben, das Uhrmachermeister Hugo Grünewald im Juli 1923 erhielt, musste mit 660 Mark frankiert werden. © Sammlung Grünewald

Der Fröndenberger Richard Grünewald hat zahlreiche Belege dafür gesammelt. Der Heimatsammler wird in speziellen Auktionen, in denen auch historische Ansichtskarten oder andere Postbelege angeboten werden, fündig. „Diese Sammelleidenschaft gibt es in unserer Familie schon in dritter Generation“, erzählt der Friseurmeister. Eine Paketkarte, die von der Firma Wilhem Prünte junior am 15. Juni 1920 nach Basel abgesetzt wurde, war bereits mit fast 90 Mark an Briefmarken beklebt. Ein besonders eindrucksvolles Stück stammt sogar aus seiner eigenen Familie: So erhielt der Uhrmachermeister Hugo Grünewald am 7. Juli 1923 ein Einschreiben aus Ludwigsburg, beklebt mit nicht weniger als 17 Briefmarken im Nennwert von 660 Mark. „Dieser Brief ging an meinen Großvater“, so Richard Grünewald. Es blieb auf dem Brief gerade noch Platz für die Anschrift.

Die Union erhält 1923 einen Brief mit 20.000 Mark Porto

Die Firma Wilhelm Prünte junior setrzte diese Paketkarte im Juni 1920 nach Basel ab. Bald 90 Mark Porot waren zu Beginn der Inflation da bereits fällig. © Sammlung Grünewald

Doch die Hyperinflation im November 1923 trieb noch tollere Blüten, denn das benötigte Porto stieg in die Milliarden: „Es sind manchmal mehrere Bögen von Briefmarken an die Briefe geklebt worden“, weiß Grünewald. Die Rückseite eines Briefes aus Hamm Ende August 1923 an die Betriebskrankenkasse der Union war immerhin schon ganzseitig mit 400-Mark-Postwertzeichen beklebt, insgesamt waren 50 Stück aufgebracht: Die Beförderung kostete demnach 20.000 Mark.

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