Die Straßenbauer der Deges schickten den Rodungstrupp zur Lärmschutzwand der Autobahn A1

dzAbholzaktion Schwerterheide

Für Ärger bei den Nachbarn der Heide sorgte das Abholzen des selbst gepflanzten Grünstreifens. Die Deges braucht das Gelände für einen Regenrückhaltegraben. Dort wird aber noch mehr gebaut.

Schwerterheide

, 19.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Abholzaktion am Heidekamp war der Landesbetrieb Straßen NRW völlig unschuldig. „Wir sind das gar nicht“, sagte Presserefentin Susanne Schlenga (Gelsenkirchen) am Montag. Möglicherweise habe die Deges, die den Ausbau der angrenzenden Hörder Straße vorbereitet, die Rodungsarbeiten veranlasst. Die zogen sich auf der nördlichen Seite der Lärmschutzwand der Autobahn A1 von der Hörder Straße bis zum Alten Dortmunder Weg. Und richtig. „Auf der besprochenen Fläche erfolgt der Bau eines Regenrückhaltegrabens, zur Ableitung des Straßenabwassers“, berichtete Simone Dröll aus der NRW-Kommunikationsabteilung der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, wie die Deges ausgeschrieben heißt.

Auf Vermessungspflöcken stand „Rodung“

Nachbarn hatten über rotbesprühte hölzerne Vermessungspflöcke im Boden gestutzt. Auf denen war allerdings nur das Wort „Rodung“ zu lesen.

Um die anstehenden Baumaßnahmen vorzubereiten, seien auch solche Arbeiten an der Hörder Straße/Ecke A1 notwendig, erklärte Simone Dröll weiter: „Darüber hinaus wird vor dem Gebäude Hörder Straße 100 im Zuge des Ausbaus der B236 eine Lärmschutzwand errichtet.“

Auf der Grünfläche zwischen der Straße Heidekamp und der Autobahn werden zudem noch weitere Baumaßnahmen stattfinden. „Wir verlegen dort eine Gasleitung“, sagte Unternehmenssprecher Gerhard Hülsemann (Dortmund) auf Anfrage. Das werde parallel zur Autobahn erfolgen. Allerdings in einem Abstand von 20 bis 22 Metern von dem am Samstag gerodeten Gehölzstreifen auf der Ackerfläche, der Thyssengas nicht gestört hätte: „Es entsteht eine neue Gasleitung.“

Auch Naturschützer ärgern sich

Bei den Anwohner vom Heidekamp, die am Samstag vom Einsatz des Sägetrupps kalt erwischt wurden und nun wieder auf die graue Betonmauer entlang der Autobahn schauen müssen, herrschte immer noch Ärger. Unterstützung erhielten sie von Naturschützern, die nicht verstehen können, warum auch die gerade aufblühenden Weidenkätzchen mit platt gemacht wurden.

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„Da ist mir ja der Hut rückwärts runtergegangen“, sagte Renate Neuhaus, langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon): „In Bayern machen sie ein Volksbegehren für Bienen, und hier hauen sie die erste Nahrung für die Bienen um.“

Seniorin bietet neues Pflanzmaterial an

Das Grün an der Autobahn hatten die Nachbarn vom Heideschicht in mehreren Aktionen zwischen 2003 und 2006 mit einem Okay der Straßenbauverwaltung selbst gesetzt. Für den Fall, dass sie es noch einmal wieder aufforsten wollen, hat eine Seniorin spontan Unterstützung mit Pflanzmaterial angeboten.

„Sie sagte, sie hätte für die Bienen auch was im Garten“, berichtete Anwohner Franz-Josef „Kiki“ Kneuper: „Wenn was benötigt würde, könnten wir das ausbuddeln.“

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