Die Sperrung der A1 verursachte in Schwerte am Wochenende zähen Verkehr und einen Unfall

dzAutobahn-Baustelle

Eine Generalprobe für die halbjährige Sperrung der Autobahnauffahrt nach Köln erlebten Schwerter am Wochenende wegen Asphaltarbeiten auf der A1 zwischen Schwerte und dem Westhofener Kreuz.

Schwerte

, 18.11.2018, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oft hatten die Autofahrer mehr Zeit, um sich im Stehen über die sündhaft teuren Preise auf den Benzinpreisschildern zu ärgern oder die Plakatwände am Fahrbahnrand zu studieren. Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Schwerter ab Juni 2019 bei der sechsmonatigen Sperrung der A1-Auffahrt nach Köln wegen des B236-Ausbaus erwartet, gab am Wochenende die Fahrbahnsanierung auf der Autobahn zwischen den Kreuzen Dortmund-Unna und Westhofen: Mehr Gedränge herrschte vor allem auf der Hörder Straße und vor der Ruhrbrücke in Villigst. Und das, obwohl zu diesem Termin nur wenige Berufspendler und keine Urlauber auf dem gesperrten Autobahnabschnitt Richtung Köln unterwegs waren.

Ortsfremde Fahrer irrten durch Schwerte

„Der Verkehr fließt, aber zäh“, hieß es aus der Zentrale von Taxi Diallo. Die Fahrer meldeten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, aber keine massiven Staus. Sie beobachteten auch wesentlich mehr Fahrzeuge aus fremden Städten, die ein bisschen planlos durch Schwerte irrten: „Die meisten Navis haben solche kurzfristigen Sperrungen nicht drin.“ Deshalb versuchten beispielsweise Autofahrer, die in Unna die Autobahn verlassen mussten, schon in Schwerte wieder aufzufahren – und standen erneut vor den Absperrungen.

Arbeiter über den Fuß gefahren

Beim Wenden ereignete sich dort in der Nacht zu Samstag auch ein Unfall, bei dem ein 55-jähriger Bauarbeiter schwer verletzt wurde. Wie die Polizei berichtet, wollte ein 34-jähriger Autofahrer aus Litauen gegen 1.40 Uhr von der Hörder Straße auf die A1 nach Köln auffahren. Nachdem der aus Castrop-Rauxel stammende Arbeiter ihn darauf hingewiesen hatte, dass dies nicht möglich war, fuhr ihm der Litauer beim Wendemanöver über den Fuß. Der Verletzte musste stationär im Krankenhaus bleiben.

Kommunikation per Hupe

Die einzigen, die in den gesperrten Autobahnabschnitt hineingelassen wurden, waren Baufahrzeuge. Und davon hatte der Landesbetrieb Straßen NRW nach einer ausgeklügelten Logistik ein Großaufgebot im Einsatz: Allein 100 Sattelzüge waren nötig, um zunächst 14.000 Tonnen Material der abgefrästen alten Fahrbahndecke abzutransportieren und anschließend genausoviel neuen Asphalt heranzukarren. Zu sehen war davon hinter den hohen Lärmschutzwänden nicht viel – eher zu hören.

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Mit Hupzeichen dirigierten die Bediener der vier Großfräsen die LKW. „Tuut“ hieß: ein Stück vorfahren. „Tuut-Tuut“ bedeutete: Wegfahren, denn der Auflieger ist voll. Sofort rückte dann der nächste leere Sattelzug vor. So war es schon bei der jüngsten Sanierung vor zwei Jahren zu sehen.

Jetzt ist damit nach zwei Wochenend-Sperrungen auf der A1 erst einmal Ruhe. 3,6 Millionen Euro hat Straßen NRW für die Erneuerung aller Spuren auf einer Länge von drei Kilometern investiert.

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