Die Selma-Lagerlöfschule erhält Unterstützung im Kampf um eine eigene Aula

dzSekundarschule

Im nächsten Schuljahr wird die Selma-Lagerlöf-Schule ihren ersten Abschlussjahrgang verabschieden. In der Schule ist für die Feier aber gar kein Platz, denn eine Aula fehlt - noch.

Selm

, 20.11.2018, 20:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das sei ihr gleich aufgefallen, als sie im Februar 2017 die Schulleitung übernahm, sagt Karin Vogel: „In unserer Schule fehlt eine Aula.“ Der erste Eindruck hat sich bestätigt. Egal, ob beim Tag der Einschulung der neuen Fünftklässler, bei Projekttagen oder bei kulturellen Schulveranstaltungen: Keinen großen Versammlungsraum zu haben, sei für eine weiterführende Schule ein echtes Manko.

Das sieht Thomas Orlowski genauso. „Zu einer pädagogisch wertvollen und modernen Schule ist das Vorhandensein eines großen Versammlungsraums notwendig und zwingend“, meint der SPD-Fraktionschef und schreibt das auch so in einem Antrag zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 22. November, 17 Uhr im Bürgerhaus am Willy-Brand-Platz.

Rat tagt am Donnerstag, 22. November

An diesem Abend wird der Stadtrat den Doppelhaushalt für 2019/20 verabschieden, der die Investitionen der nächsten Jahre regelt. Ein Aulabau ist dort nicht vorgesehen. Geld ist in Selm knapp, wie auch Schulleiterin Vogel weiß. Der Wunsch nach der Aula sei allerdings kein Luxus, sondern ein ernsthaftes Bedürfnis. Schließlich stehe die Schule im regionalen Wettbewerb um Schüler. Da zähle bei manchen nicht nur das pädagogische Konzept, das jedem Kind durch gemeinsames Lernen und individuelle Förderung eine persönliche Perspektive und den Zugang zu allen Schulabschlüssen der Sekundarstufe I anbietet, sondern auch der erste Eindruck. „Und der ist nicht gut, wenn wir etwa bei den Informationsveranstaltungen für die Eltern nicht mal jedem einen Platz anbieten können.“

560 Schülerinnen und Schüler zurzeit

Auch den zurzeit 560 Kindern und Jugendlichen, die die vor vier Jahren an der Südkirchener Straße eröffneten Sekundarschule besuchen, fehle eine Aula: besonders denen, die an der Ganztagsschule im Wahlpflichtbereich ab Klasse 6 nicht Französisch, Arbeitslehre oder Naturwissenschaften, sondern Darstellen und Gestalten gewählt haben. Ihnen stehe kein zentraler Raum zur Verfügung, um das fertige Projekt oder Werk zu präsentieren.

Auch Orloswski meint: „Eine Aula ist unerlässlich, um große Veranstaltungen, wie etwa Elterninformationsveranstaltungen, Einschulungs- und Abschlussveranstaltungen oder Projekttage in einem würdigen Rahmen durchführen zu können.“ Von einer solchen Investition profitiere nicht nur die Sekundarschule, sondern der gesamte Schulstandort Selm.

Von der Rektoratsschule bis heute: Lange Schultradition

Die Sekundarschule befindet sich in den Räumen der auslaufenden Otto-Hahn-Realschule – und damit in einer langen Selmer Schultradition. 1921 war als erste weiterführende Schule der Stadt die Rektoratsschule eröffnet worden, die ab 1947 Mittelschule hieß und 1951 in Realschule umbenannt wurde. Sie zog 1958 an den heutigen Standort, in einen Neubau an der Südkirchener Straße. Drei Erweiterungen erfolgten aufgrund des großen Zustroms an Schülern. Eine Aula war nie vorgesehen - bislang.

Wo genau die erste Verabschiedung eines Jahrgangs der Selma-Lagerlöf-Schule im nächsten Schuljahr stattfinden wird, ist noch offen. Klar ist: Es wird nicht da sein können, wo die Jugendlichen fünf Jahre lang gemeinsam gelernt haben.

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