Die Schwerter genießen ihren Weißen Kaffee nicht aus Tassen, sondern aus Eisbechern

dzEiscafé Mattiuzzi

In Schwerte ist manches anders als gewohnt. Dafür sorgen kreative Menschen wie Vittorio Reale. In seinem Eiscafé Mattiuzzi am Bahnhof tüftelt er ständig an neuen Geschmackserlebnissen.

Schwerte

, 24.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Meister braucht nicht einmal einen Löffel. Schon allein das Zuschauen macht ihn glücklich. Vittorio Reale strahlt, als die köstlich-kalte Masse durch den Gitter-Auslauf seiner Eismaschine quillt. Nicht viele haben wie er das Glück, ihre Profession zugleich ihr Hobby nennen zu können. „Ich erfinde immer neue Sorten“, sagt er. Das Experimentieren lässt ihn nicht los. In der Küche brennt dann noch stundenlang das Licht, wenn die Türen seines Eiscafés Mattiuzzi am Abend längst geschlossen sind.

Die Familie testet alle neuen Kreationen zuerst

Eine der neuesten Herbst-Kreationen ist Nutella-Eis. Die Zutaten bleiben - außer der Mutter aller Nuss-Nugat-Cremes natürlich - geheim, denn es kostete viele Versuche, bis sich alles zu einer flüssigen Masse verband. Noch kniffliger zu komponieren war die Sorte Weißer Kaffee, deren Aroma wirklich an einen Schluck aus einer frisch aufgebrühten Tasse schmeckt. Das überzeugte auch die strengsten Test-Gaumen: Familie, Frau und Kinder probieren alles Neue, bevor es den Gästen präsentiert wird.

Die Schwerter genießen ihren Weißen Kaffee nicht aus Tassen, sondern aus Eisbechern

Das Auge isst mit: Mit kandierten Früchten wird das Cassata-Eis zum Schluss auch noch verziert. © Reinhard Schmitz

Ganz besonders stolz Vittorio Reale aber auf sein Cassata, das in Sizilien zu Hause ist. Von der sonnenverwöhnten Insel stammt auch die Hauptzutat, die kandierten Früchte. Herrlich glänzen die Würfelchen von Mandarinen, Äpfeln, Zitronen und Orangen, die als letztes in den Edelstahleimer fallen. Die fertige Flüssigkeit wird in die Eismaschine gegossen.

„Hoffentlich schneidet das Messer die Früchte nicht klein“, sagt der Meister, als er den Knopf mit der Aufschrift „Produzione“ drückt. Bei minus 17 Grad dreht sich das Rührwerk im Inneren der Trommel. Nur zwölf Minuten gespanntes Warten, dann gibt sie drei Kilogramm köstliches Cassata für den Thekenbehälter frei. Noch mit dem Spatel verteilen und mit den restlichen kandierten Früchten garnieren - das Auge isst schließlich auch mit.

Zwei Kleinbusse zu rollenden Eistheken umgebaut

Das weiß Vittorio Reale, seit er 1992 seine erste Eismaschine gekauft hat - natürlich ein original italienisches Modell: „Die ist wundervoll und läuft noch immer.“ Gleichzeitig baute sich der Mann, der 1980 in eigener Werkstatt schon einmal einen Bulli zum Eiswagen umgestaltet hatte, zwei eigene Busse als rollende Verkaufstheken um.

Die Schwerter genießen ihren Weißen Kaffee nicht aus Tassen, sondern aus Eisbechern

Umlagert waren die beiden Eiswagen, die in den 1980er-Jahren für Vittorio Reale bis nach Hagen unterwegs waren. © Vittorio Reale

Wenn sie laut klingelnd mit ihrem „La Palma Eis“ in die Straßen einbogen, schlugen Kinderherzen höher. Zwei Fahrer waren für Vittorio Reale unterwegs. Wenn die an den Wochenenden frei hatten, setzte er sich auch selbst hinter das Steuer. Ein beliebter Standort war neben dem Ruderbootverleih am Hengsteysee. Wie lang dort die Warteschlangen waren, davon künden nur noch Fotos. Das begehrte Eis gibt es immer noch. Jetzt bei Mattiuzzi am Bahnhof.

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