Die Queen macht den Weg frei für einen schnellen Megxit

Britisches Königshaus

Die britische Königsfamilie hat eine Lösung im Umgang mit Harry und Meghan gefunden. Die Queen lässt nach dem Krisengipfel mitteilen: „Wir respektieren Harrys Wunsch.“

London

von Katrin Pribyl

, 14.01.2020, 09:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Queen macht den Weg frei für einen schnellen Megxit

Königin Elizabeth II. (l-r) respektiert den Wunsch von Meghan, Herzogin von Sussex, und Prinz Harry. © picture alliance/dpa

Die Lösung kam schnell: Am späteren Nachmittag erreichte eine Pressemitteilung der Königin die Medien: „Heute hat meine Familie konstruktive Diskussionen über die Zukunft meines Enkels und seiner Familie geführt“, begann die Verlautbarung der Queen, die einer Krisenbeilegung gleichkam. „Meine Familie und ich unterstützen Harrys und Meghans Wunsch, ein neues Leben als junge Familie zu führen. Auch wenn wir es bevorzugt hätten, dass sie Vollzeit Teil der königlichen Familie bleiben. Wir respektieren und verstehen ihren Wunsch, ein unabhängigeres Leben zu führen, während sie ein geschätzter Teil meiner Familie bleiben.“

Das war das Ergebnis der Zusammenkunft der führenden Mitglieder der Windsors am Montag, die von der Presse „Sandringham-Gipfel“ getauft wurde, als ginge es um Weltpolitik. Bereits am Morgen hatten sich Dutzende Kameras auf dem Rasen vor dem Anwesen der Queen in der Grafschaft Norfolk postiert.

Krise wurde täglich größer

Später empfing hier Königin Elizabeth II. ihren ältesten Sohn, Thronfolger Prinz Charles, sowie ihre Enkel William und Harry zur Krisensitzung. Herzogin Meghan sollte per Telefon aus Kanada zugeschaltet werden.

Die zugehörige Krise, der die britische Presse als Anlehnung an den Brexit sogleich den Namen „Megxit“ verpasste, war täglich größer geworden. Begonnen hatte sie damit, dass die Sussexes ohne Absprache mit der Familie ihren Rücktritt als „Senior Royals“ verkündeten.

Am Wochenende rückte der angebliche Brüderzwist in den Vordergrund. So habe Prinz William den 35-jährigen Harry gemobbt, indem er die Frau an Harrys Seite nicht ausreichend willkommen geheißen habe, wie die „Times“ schrieb. Das Ehepaar Sussex habe sich von der Haltung des Herzogs von Cambridge „verdrängt“ gefühlt.

Beobachter: „Es ist ungelaublich chaotisch“

Am Montag meldeten sich die Brüder überraschend und merklich verärgert mit einem Statement und wiesen die Schlagzeilen als falsch zurück. „Für Brüder, denen das Thema psychische Gesundheit so sehr am Herzen liegt, ist der Gebrauch solch aufrührerischer Sprache beleidigend und potenziell schädlich“, hieß es.

Die Royals versuchten, die Gemüter zu beruhigen. „Die Queen und Charles stimmen darin überein, dass das Verhältnis zwischen den Brüdern gerettet werden muss – dem Ruf der Monarchie in der Welt zuliebe“, wird ein Insider zitiert. Offenbar sorgen sie sich zudem um das Wohlergehen ihres Enkels und Sohns Harry. „Es ist unglaublich chaotisch“, konstatierten Beobachter.

Queen gibt Enkel Harry ihren Segen

Und dann löste die Queen alles in relatives Wohlgefallen auf: „Harry und Meghan haben klar gemacht, dass sie nicht abhängig von öffentlichen Geldern in ihrem neuen Leben sein wollen“, führte sie in ihrem Statement zum Familientreffen aus. „Deswegen haben wir uns darauf geeinigt, dass es eine Übergangsphase geben wird, in der die Sussexes Zeit in Kanada und Großbritannien verbringen werden.“ Details würden in Kürze geklärt. „Das sind komplexe Angelegenheiten, die meine Familie lösen muss und es ist noch einige Arbeit zu tun, aber es ist unser Ziel, die finalen Entscheidungen in den kommenden Tagen zu treffen“, schloss die Queen.

Dass die Sussexes ihren Status zu Geld ummünzen könnten, gehörte zu den Sorgen der Windsors. Die Frage, ob wirklich Herzogin Meghan hinter dem radikalen Schritt steckt, wurde von der BBC in Abrede gestellt. „Der Meghan-Mythos ist Unsinn, großzügig unterfüttert mit Verachtung, Frauenfeindlichkeit und etwas Rassismus“, sagt der Königshauskorrespondent Jonny Dymond. Vielmehr habe der Prinz immer herausgewollt aus dem engen Pflichtenkorsett. Es hatte auch Befürchtungen gegeben, Harry und Meghan könnten mit einem TV-Interview an die Öffentlichkeit gehen, sollte die Queen ihnen nicht bei ihren Plänen entgegenkommen.