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Die Polizei warnt vor einer ominösen Sammelaktion

Zettel im Briefkasten

Einige Selmer wunderten sich über einen Zettel mit dem Aufruf zu einer „ungarischen Sammlung“ in ihren Briefkästen. Gegenstände vors Haus stellen, sollte man aber lieber nicht.

Selm

, 01.08.2018
Die Polizei warnt vor einer ominösen Sammelaktion

Diesen Zettel hatten manche Selmer in ihrem Briefkasten.

„Wir möchten Sie informieren, dass eine Ungarische Sammlung organisiert wird“, steht da auf dem Zettel, den manche Selmer in den vergangenen Tagen in ihren Briefkästen hatten. In schlechtem Deutsch wird dort darauf hingewiesen, dass ein anonymer Sammler sich für Fahrräder, Schaukeln, Nähmaschinen, Computer, Laptops und vieles andere interessieren würde, was nicht mehr gebraucht wird.

Sperrmüll oder Abfall wolle man allerdings nicht. Die nicht mehr benötigten Sachen sollen dann an einem festen Tag vor dem Haus abgestellt werden. „Beim regnerischen Wetter komme ich auch für die hinausgetanten Sachen, bitte legen die diesen Zettel auf die Sachen an“, steht da so fehlerhaft geschrieben.

Sammlungen polizeibekannt

Der Polizei sind die dubiosen Sammlungen und die dazugehörigen Zettel bereits bekannt, wie Vera Howanietz von der Polizeipressestelle in Unna auf Anfrage sagt. In Olfen und Haltern seien die Zettel ebenfalls aufgetaucht. „Den Hintergrund kann man nur mutmaßen“, so Howanietz. Möglicherweise gehe es um illegalen Schrotthandel oder auch darum, etwas auszubaldowern, also herauszufinden, ob die Bewohner eines Hauses vielleicht im Urlaub seien. „Straftaten sind in Zusammenhang mit den Zetteln aber nicht bekannt“, sagt Howanietz.

Auf dem Zettel ist weder ein Ansprechpartner, noch eine Kontaktnummer angegeben. Die Urheber der Zettel gehen aber offenbar organisiert vor, die Sammlung in Haltern war für den 30. Juli datiert, die in Selm für den 31. Juli. Vor allem in Süddeutschland sind ähnliche Sammlungen unter dem Stichwort „ungarische Sammlung“ zu finden. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wurden dabei offenbar auch Dinge, in diesem Fall ein Fahrrad, eingesammelt, die nicht zur Sammlung gehörten.

Jeder müsse selbst entscheiden, ob er für solche Sammlungen etwas vor sein Haus stelle, sagt Vera Howanietz aber, „wenn ich den Zettel hätte, würde ich ihn ignorieren und wenn ich weiß, dass mein Nachbar im Urlaub ist, dann würde ich vielleicht den Zettel aus dem Briefkasten nehmen“.

Kreis Unna hilft bei Unsicherheit

Wäre die Sammlung angemeldet, wäre dies beim Kreis Unna bekannt. Dort wurde sie aber nicht genehmigt, sagt Sprecherin Constanze Rauert. „Das ist eine illegale Geschichte gewesen“, sagt sie, falls die Sammlung denn überhaupt stattgefunden habe. Rauert hat auch einen Tipp: Wer solche Zettel im Briefkasten findet, kann beim Kreis nachfragen, ob sie genehmigt sind (Tel. (02303) 270).

„Wenn Sie die Info von uns haben, dass da was nicht in Ordnung ist, sollten Sie aber nicht den Helden spielen“, so Rauert. Mit den Sammlern sollte man besser nicht diskutieren und die Schlittschuhe auch besser im Keller lassen. Stattdessen solle man die Polizei rufen, die könne dann auch die Personalien der Sammler aufnehmen.