Die Polizei des Waldes auf der Halde

Waldameisen

Die Ameisen sind auf der Halde doppelt nützlich: Sie halten Schädlinge in Schach und bereiten den Boden für Pflanzen vor.

Bergkamen

, 30.08.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ameisen sind so etwas wie die Wächter und Förderer der Natur auf der Halde. Sie fressen eine ganze Reihe von Insekten, die bei unkontrollierter Vermehrung schnell zu Schädlingen würden. „Dort, wo es Ameisenhaufen gibt, sind die Eichen immer frei von Eichenprozessionsspinnern“, sagt Klockenhoff. Die Raupen zählen für Ameisen zur Nahrung. Er hat schon häufig beobachtet, dass Bäume durch Schädlinge fast kahl sind – außer dort, wo Ameisen sind.

Immerhin erbeutet und frisst ein durchschnittliches Ameisenvolk etwa 27 Kilo Insekten im Jahr. Hinzu kommt der Nektar, den die Ameisen von den Läusen abzapfen, die sie wie Kühe auf den Bäumen halten. Das sind etwa 250 bis 270 Liter pro Jahr und Volk.

Hinzu kommt, dass die Ameisen den Boden auflockern und durch ihre Ameisenhaufen Humus liefern, der das Pflanzenwachstum begünstigt. „Auch die Ameisen haben mitgeholfen, dass auf der Halde, diesem Steinhaufen aus über 1000 Meter Tiefe jetzt Bäume wachsen“, ist Andreas Klockenhoff überzeugt.

Die Halde ist nicht der einzige Ort, an dem er sich um Ameisen kümmert. Im Bereich der Königslandwehr und in Hamm-Lerche kümmert er sich um weitere Völker.

In Lerche allerdings hat er Misserfolge zu verzeichnen. Dort ist der Bestand an Völkern in nur wenigen Jahren von über 50 auf 14 geschrumpft. Klockenhoff geht davon aus, dass die Ameisen die Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft nicht vertragen haben.

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