Diese Ausstellung im Stadthaus sollte man(n) sich unbedingt anschauen

Mütter des Grundgesetzes

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“: Dieser Satz hat die deutsche Geschichte geprägt wie kaum ein anderer. Dahinter stecken die Lebenswege von vier besonderen Frauen.

Werne

, 19.09.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Ausstellung im Stadthaus sollte man(n) sich unbedingt anschauen

Freuen sich auf die Ausstellung im Stadthaus (v.l.): Bürgermeister Lothar Christ, die Werner Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Hoffmann und die Partnerschaftsbeauftragte Stephanie Viefhues, die am Tag der Ausstellungseröffnung fairen Sekt für die Besucher bereithalten wird. © Vanessa Trinkwald

Sie waren die Frauen, die die Geschichte der Bundesrepublik nachhaltig prägten: Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel waren als Mitglieder des Parlamentarischen Rates vor 70 Jahren wesentlich an der Entstehung des Grundgesetzes und an der Gleichstellung von Frauen und Männern beteiligt.

Die Stadt Werne widmet diesen vier Revoluzerinnen nun eine Ausstellung: „Mütter des Grundgesetzes“ – zu sehen ab dem 14. Oktober im Werner Stadthaus. Im Vordergrund stehen die Lebensbilder der vier Frauen – und ein einziger Satz: Artikel 3 , Absatz 2 des Grundgesetzes: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“

„Frauen haben Überzeugungsarbeit geleistet“

Organisiert haben die Ausstellung dann auch drei Frauen: Kerstin Hoffmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, die Partnerschaftsbeauftragte Stephanie Viefhues und Jutta Wagner vom Capitol Cinema Center.

2019 – ein besonderes Jubiläumsjahr:
  • 100 Jahre Demokratie: Am 19. Januar 1919 wird eine Nationalversammlung erstmals nach den Grundsätzen der allgemeinen, freien, geheimen und gleichen Wahl durchgeführt.
  • 100 Jahre Frauenwahlrecht: Frauen waren bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erstmals wahlberechtigt.
  • 100 Jahre Weimarer Verfassung: Die Verfassung wird am 11. September 1919 durch die Nationalversammlung beschlossen.
  • 70 Jahre Grundgesetz: Am 23. Mai 1949 wurde es durch den Parlamentarischen Rat verkündet.

Und da frau nicht so kleinlich sein will, durfte bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag (19. September) auch der Mann der Runde, Bürgermeister Lothar Christ, zu Wort kommen: „Diese vier Frauen haben damals Überzeugungsarbeit geleistet – und das ist eine echte Errungenschaft.“

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – das sei nicht nur ein einfacher Satz, das sei handfestes Recht, das in den Artikeln unserer Verfassung steht, so Christ.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – das war damals beileibe keine Aussage über die Realität. Und heute? Wie weit sind wir?

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – im Jubiläumsjahr des Grundgesetzes präsentiert die Stadt Werne diesen so wichtigen Satz im Foyer des Stadthaus. Für jeden sichtbar, für Besucher und den im Stadthaus so regen Publikumsverkehr.

Diese Ausstellung im Stadthaus sollte man(n) sich unbedingt anschauen

Die „Mütter des Grundgesetzes“: Helene Wessel (v.l.), Elisabeth Selbert, Helene Weber und Frieda Nadig. Dem Parlamentarischen Rat gehörten neben 61 Männern auch vier Frauen an. © picture alliance/dpa

Ausstellungseröffnung inklusive Kinovorstellung

Eröffnet wird die Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“ am Montag, 14. Oktober, um 17 Uhr im Foyer des Stadthauses, Konrad-Adenauer-Platz 1. Insgesamt 17 Plakate zeigen den politischen Lebensweg von Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel, wies Kerstin Hoffmann am Donnerstag auf den Inhalt der Ausstellung hin.

Partnerschaftsbeauftragte Stephanie Viefhues hält an diesem frühen Abend Fair-Trade-Sekt und -Orangensaft für die Besucher bereit, denn, so sagt Viefhues, auch das Fair-Trade-Siegel stärke die Gleichberechtigung in anderen Ländern.

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Um die Geschichte lebendig zu machen, zeigen Stadt und Kino im Capitol Cinema Center ab 18 Uhr den Film „Sternstunde ihres Lebens“ über die Abgeordnete und Juristin Elisabeth Selbert, die unermüdlich gekämpft hat für die Aufnahme jenes Satzes in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland.

Die wichtigsten Infos:

  • Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 25. Oktober zu den Öffnungszeiten des Stadthauses: montags 7.30 bis 16 Uhr, dienstags 7.30 bis 16 Uhr, mittwochs 7.30 bis 12 Uhr, donnerstags 7.30 bis 17.30 und freitags 7.30 bis 12 Uhr.
  • Kerstin Hoffmann bittet für die bessere Planung um eine Anmeldung für die Ausstellungseröffnung und die Kinovorstellung am 14. Oktober.
  • Kontakt: Sie nimmt die Anmeldungen bis zum 30. September telefonisch unter (02389) 71-222 oder per E-Mail an K.Hoffmann@werne.de entgegen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Schreibwettbewerb „100 Jahre Frauenwahlrecht“

Geehrt werden an diesem Tag auch die Teilnehmer des Schreibwettbewerbs zu 100 Jahre Frauenwahlrecht, den die Stadt vor den Sommerferien ins Leben gerufen hatte.

Acht Jugendliche haben nach Angaben von Kerstin Hoffmann mit Geschichten und Gedichten an dem kleinen Wettbewerb teilgenommen, darunter auch ein junger Mann, der sich mit dem Thema Gleichberechtigung und „Frauen und Mädchen zeigen Mut“ auseinandergesetzt hat.

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