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„Die Lust auf Fußball ist uns vergangen“

Fußball

Ralf Mäkler, Sportlicher Leiter des Landesligisten SSV Mühlhausen, ist nach Russland gereist, um die WM-Spiele der deutschen Mannschaft live zu verfolgen. In seinem „WM-Tagebuch“ berichtet er von seinen Eindrücken, heute leider aus bekannten Gründen zum letzten Mal.

Unna

, 29.06.2018
„Die Lust auf Fußball ist uns vergangen“

Ralf Mäkler präsentiert hier zwei russischen Damen in typischer Landestracht von Tartastan (Kazan).RM © privat

Tja, das war es dann doch, nach 2010 (Italien) und 2014 (Spanien) hat es nun auch die deutsche Mannschaft erwischt – als amtierender Weltmeister in der Vorrunde auszuscheiden ist schon bitter, allerdings sind sich wohl alle einig – es wäre auch nicht verdient gewesen. Im Stadion wechselte die Stimmung unter den deutschen Fans von Ungläubigkeit über Entsetzen bis zur maßlosen Enttäuschung. So darf man sich nicht präsentieren, trotzdem natürlich Glückwunsch an dieser Stelle an Mexiko und Schweden.

Wie geht es nun weiter mit unserer Reise? Um ehrlich zu sein, die Lust auf Fußball ist uns komplett genommen worden, die geplanten Reiseziele wie Sankt Petersburg oder Samara oder nochmal Moskau haben wir ad acta gelegt – wir machen da lieber nochmal eine Woche „Abstandsurlaub“ am Schwarzen Meer. Daher ist dies auch der letzte Teil meines WM-Tagebuches, gern hätte ich weiter berichtet vom Weg des deutschen Teams und der Stimmung unter den Fans – aber es hat nicht sollen sein. Vielleicht beim nächsten Mal.

Was bleibt sind dennoch tolle Eindrücke aus diesem für viele von uns noch unbekanntem Land, die wir bekommen haben. Dazu die vielen Kontakte zu den ausländischen Fans, das Kennenlernen einer doch fremden Kultur und die Erkenntnis, dass die Russen gar nicht so unfreundlich sind wie sie oftmals dargestellt werden. Der Osteuropäer ist halt kein Südeuropäer, es sind völlig verschiedene Mentalitäten, aber unsympathisch, das sind die Russen nun wahrlich nicht. Vielleicht fehlt es ab und zu an etwas mehr Gelassenheit, eine gewisse Anspannung unter den Menschen ist eigentlich immer präsent.

Zum Schmunzeln bleiben außerdem noch Dinge hängen wie der Umstand, dass auf den Getränkekarten der Wodka immer an erster Stelle steht, dass auf den inländischen Linienflügen mit den russischen Fluggesellschaften bei Landung immer noch heftig Beifall geklatscht wird und dass der Russe an sich einfach immer weiter in seiner Landessprache „weiterbabbelt“, obwohl er eigentlich merken müsste, dass sein Gegenüber absolut kein Wort versteht. Kleine Randnotizen, die unserem Trip dadurch aber auch eine besondere Note gegeben haben.

Ich hoffe, meine Berichte auch „zwischen den Zeilen“ haben Euch gefallen. Ein letztes „Doswidanja“ aus Russia! Euer Ralf

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