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Die Kirmes in Bork steht vor einer großen Veränderung

Borker Kirmes

Die Borker Kirmes zieht um – raus aus dem Dorf. Und sie wird kürzer, der beliebte Montag fällt weg. Neu ist außerdem das Rahmenprogramm.

Bork

, 12.07.2018
Die Kirmes in Bork steht vor einer großen Veränderung

Der Autoscooter kommt auch in diesem Jahr wieder zur Borker Kirmes – oder zum Stephanusfest, wie die Veranstaltung jetzt heißt. Allerdings steht er an einer anderen Stelle. rn-Foto (a) Weitzel

Die Kirmes in Bork steht vor einer großen Veränderung. Erstmals soll sie in diesem Jahr nicht mehr im Dorf stattfinden, sondern vor dem Amtshaus. Außerdem gibt es nur noch zwei statt drei Veranstaltungstage (Samstag, 4., und Sonntag, 5. August). Damit ist der bei den Borkern beliebte Kirmes-Montag Geschichte. Neu ist außerdem ein Rahmenprogramm – die Kirmes soll nicht mehr nur Kirmes sein, sondern ein Stephanusfest für den Ortsteil werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu gibt’s hier:

Zunächst einmal: Warum stehen so viele Veränderungen an?

Hätte nicht einfach alles bleiben können, wie es war? Laut Stadtsprecher Malte Woesmann gab es mehrere Gründe für die Stadt als Veranstalter der Kirmes, das Konzept zu überarbeiten. Der Wichtigste: „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass immer weniger Aussteller kamen – und vor allem immer weniger Besucher. So eine kleine Dorfkirmes alleine zieht einfach nicht mehr“, erklärt Malte Woesmann. Das, so ergänzt Jürgen Suer, dessen Agentur Da Suer von der Stadt mit der Planung der Veranstaltung betraut ist, habe sich auch bei der Kirmes in Selm gezeigt. „Und die gibt es jetzt nicht mehr“, sagt er. Damit das nicht auch in Bork so kommt, soll sich die Kirmes in Zukunft ausweiten und ein Stephanusfest werden. Ein Ortsteil-Fest – vergleichbar mit dem Selmer Stadtfest – hatten sich laut Stadtsprecher Malte Woesmann sowieso viele Borker Vereine gewünscht. „Sie hatten in Gesprächen mit dem Bürgermeister signalisiert, dass in Bork so eine Veranstaltung fehlt“, so Malte Woesmann. So entstand die Idee, die Kirmes entsprechend auszuweiten. Das, so erklären Woesmann und Suer, führt aber auch zu einigen Veränderungen. Zum Beispiel bezüglich des Veranstaltungsortes.

Warum ist das nötig? Warum findet die Kirmes nicht mehr – so wie in den unzähligen Jahren zuvor – im Dorf statt?

Auch hier, so Malte Woesmann, gebe es mehrere Gründe. Zum einen sei Anfang des Jahres noch nicht absehbar gewesen, wie weit Abriss und Bebauung auf dem ehemaligen Marktplatz sein würden – also ob mit ihm als Platz für einen Schausteller hätte geplant werden können. Mit den neuen Programmpunkten – dazu gehört neben einer großen Musikbühne auch ein Holland-Markt – sei es im Dorf außerdem zu eng. „Die Markthändler wollen vis- à-vis stehen. Das kann man im Dorf einfach nicht stellen“, so Malte Woesmann.

Wo liegt der neue Veranstaltungsort und was spricht für ihn?

Neuer Veranstaltungsort ist der Platz vor dem Amtshaus und die Straße davor. Hier, so Malte Woesmann, sei es möglich, die Kirmes gut zusammenzuziehen. „So entstehen auch nicht diese unschönen Lücken, die wir in den vergangenen Jahren im Dorf hatten.“ Vor dem Amtshaus sei alles auf einem Fleck. „Und das ist auch nicht weniger als in den vergangenen Jahren“, versichert der Stadtsprecher. Im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Kreisstraße wird der Autoscooter stehen, es gibt außerdem einen Schießstand, Entenangeln, Imbissbuden, ein Trampolin und natürlich ein Kinderkarussell. „Alles einmal, was zur Kirmes gehört“, so Jürgen Suer. Eine Raupe oder Ähnliches ist nicht dabei. „Es ist eher eine Kinderkirmes“, so Suer weiter. Eigentlich war geplant gewesen, die Kirmes auch noch weiter die Hauptstraße Richtung Ortskern entlanglaufen zu lassen. Wegen der Baustelle an der Ecke Waltroper Straße sei das in diesem Jahr aber noch nicht möglich gewesen. Das sei aber eine Option für die kommenden Jahre, so Woesmann.

Was sagen denn die Geschäftsleute, die im Ortskern ansässig sind, zu dieser neuen Planung?

Sandra Kiwall von der Trinkhalle Skusa/Kiwall, die immer einen Bierwagen auf der Kirmes hatte, der ein beliebter Anlaufpunkt war, ist nicht sonderlich begeistert. „Ich finde es schade, dass die Kirmes aus dem Dorf rausgenommen wird. Das ist schließlich immer noch eine Stepahnus-Kirmes und die gehört zur Kirche“, sagt sie mit Blick auf die Tradition der Veranstaltung. Die Veränderungen bedeuten für ihr Geschäft, dass es zum ersten Mal seit 34 Jahren nicht mehr mitmacht bei der Kirmes. Die Stadt habe ihr das zwar angeboten. Aber: „Da wären horrende Standgebühren auf uns zugekommen, ich hätte das Doppelte an Personal gebraucht und einen Toilettenwagen stellen müssen“, so Sandra Kiwall zu den Gründen, die für sie dagegen sprachen. Für die Geschäftsleute im Ortskern findet sie die Entscheidung sehr bedenklich. „Irgendwann findet hier im Dorf gar nichts mehr statt.“

Diese Bedenken kann Erdal Macit, Wirt im Haus Dörlemann, gut verstehen. „Ich finde es auch schade, dass es im Ortskern keine Kirmes mehr gibt“, sagt er. Allerdings hat er sich dazu entschlossen, das Angebot der Stadt anzunehmen und den Bierwagen auf dem neuen Stephanusfest zu betreiben. „Für mich geht es auch ums Prinzip: Ich wollte, dass ein Einheimischer aus Bork den Bierwagen betreibt und nicht Leute von auswärts“, sagt er. Das Haus Dörlemann wird entsprechend den einzigen Bierwagen auf dem Stepahnusfest betreiben. Mit im Boot ist die Pizzeria Enzo, die den an den Bierwagen angeschlossenen Imbiss während der Kirmes betreibt.

Neu ist außerdem die verkürzte Dauer – dabei war der Montag immer besonders beliebt. Wieso die neue Planung? Dass der Montag bei den Borkern immer besonders beliebt war, wissen auch Jürgen Suer und Malte Woesmann. Trotzdem haben sie sich entschieden, die Kirmesdauer zu verkürzen. So müsse man die Straße, die ab dem Donnerstag vor der Veranstaltung an drei Stellen voll gesperrt sein wird, nicht noch einen weiteren Wochentag absperren. „Als Ausgleich für den Montag gibt es eine Musikveranstaltung am Samstagabend“, sagt Jürgen Suer. Auf der Bühne vor dem Amtshaus tritt dann ab 19 Uhr die Band moodish auf. Parallel läuft die Kirmes – davon versprechen sich die Veranstalter insgesamt mehr Besucher. Den gleichen Zweck soll das weitere Rahmenprogramm erfüllen.

Wie genau sieht dieses Programm denn aus?

Die Kirmes läuft an beiden Veranstaltungstagen jeweils von 12 bis 24 Uhr. Samstag gibt es als zusätzlichen Programmpunkt die Musikveranstaltung, außerdem tritt um 15, 16 und 17 Uhr die Alt-Westfälische Puppenbühne auf. Der Eintritt ist frei. Weitere Auftritt des Kasperletheaters sind am Kirmes-Sonntag um 11, 15 und 16 Uhr. „Währenddessen läuft natürlich immer die Kirmes“, so Jürgen Suer. Das Angebot für Kinder soll Familien auf das Stephanusfest locken. Ein weiterer Anziehungspunkt des neuen Stephanusfestes soll außerdem der Hollandmarkt sein, der am Kirmes-Sonntag zeitgleich mit der Kirmes stattfindet und bei dem typische Produkte aus den Niederlanden angeboten werden.