Die Früchte des Cappenberger Waldes - und wozu sie zu gebrauchen sind

dzCappenberger Wald

Eicheln, Holunderberren und Co. Ein Rundgang durch den Cappenberger Wald lohnt sich derzeit. Wir haben uns die Früchte der Bäume angesehen - und verraten, was man aus ihnen machen kann.

Cappenberg

, 20.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Eicheln und andere Waldfrüchte, so weit das Auge reicht. Wir haben uns im Cappenberger Wald die Früchte der Bäume angeschaut.

Klimaveränderung mit Folgen

Die Früchte des Cappenberger Waldes - und wozu sie zu gebrauchen sind

© Foto: Sylvia vom Hofe

Eicheln über Eicheln. Die Bäume im Wald hängen voll von Früchten. Gab es früher in einem Jahrzehnt ein bis zwei sogenannte Mastjahre – Jahre, in denen die Bäume besonders reiche Frucht tragen –, hat sich diese Abfolge verkürzt. Eine Folge der Erwärmung. Eicheln mögen eine Leckerei für Eichhörnchen und Wildschweine sein, für Menschen sind sie ungenießbar – zumindest im unbehandelten Zustand. Im Internet finden sich zahlreiche Tipps, Eichelkaffee herzustellen: Eicheln schälen (nicht nur die harte Hülle, auch die Haut muss weg), mehrere Tage wässern (das entfernt die Gerbstoffe), zerkleinern, in der Pfanne rösten und zermahlen. Zwei bis drei Löffel Eichenmehl mit Wasser zu einer Tasse Waldkaffe aufkochen. Laut der Erfahrungsberichte im Netz schmeckt eine Prise Zimt dazu und ein Schuss Milch.

Empfindlich bei Trockenheit

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Die Lärche mag Trockenheit ganz und gar nicht. Und auch keine Hitze, denn ursprünglich ist sie im Hochgebirge zuhause. Die Lärche im Cappenberger Wald versucht aber auch trotz schwieriger Bedingungen, durch denn Sommer zu kommen Die Früche, die sonst oft Jahre am Baum bleiben, hat sie vorsorglich abgeworfen.

Kleine Hubschrauber

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Sogenannte Spaltfrüchte aus jeweils zwei geflügelten Nüssen hängen schwer an den Ahornbäumen. Mit trudelnden Bewegungen wie kleine Hubschrauber werden sich die Nüsse verbreiten.

Stilles Leiden

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© Foto: Sylvia vom Hofe

In den etwa vier Zentmeter langen, sogenannten Fruchtkätzchen der Birke befinden sich die Früchte: kleine Nüsschen.Die Birke ist ursprünglich in nordischen Ländern zuhause. Wenn das Thermometer über 20 Grad klettert, mag sie das nicht – aber sie leidet still.

Im Kampf gegen zwei Feinde

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Die Blattbräune an Kastanien ist nicht die Folge der Trockenheit, sondern kann zwei Ursachen haben: eine Pilzkrankheit oder die Miniermotte. Die Früchte hängen dennoch fest am Baum, verpackt in grünen Stachelmänteln. Anders als die Frucht der Esskastanie, die Marone, ist die der Rosskastanie giftig. In der Volksmedizin findet sie Verwendung als Tinktur gegen Krampfadern. Und sie ist unverzichtbar beim Basteln.


Holunderbeeren sind reif

Die Früchte des Cappenberger Waldes - und wozu sie zu gebrauchen sind

© Foto: Sylvia vom Hofe

Geschätzt von allen, die vitaminreichen Saft und herben Gelee mögen: der Holunder. Die Bäume tragen zurzeit reiche Frucht. Schon die Menschen der Jungsteinzeit sollen Holunderbeeren als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt haben. Aber Vorsicht: Unreife Früchte enthalten geringe Mengen giftiger Blausäure.


Todbringender Lebensbaum

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Wenn Lebensbäume (Thuja) – hier ausgewilderte Exemplare am Waldrand an der Cappenberger Hirschwiese – massiv Samen produzieren, gilt das als ein Zeichen von Stress, vermutlich in Folge der Trockenheit. Die Pflanze scheint in Folge des Mangels ihr Heil in der Vermehrung zu suchen. Ob Samen oder Blätter: Am Lebensbaum ist alles lebensgefährlich giftig.


Unten nackig, oben stachelig

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Die Früchte der Platane verbergen sich in den Stachelbällen. Die alte Platane zwischen Schloss Cappenberg und Stiftskirche ist davon geradezu übersät. Dass auch diese Platane ihren Rinden-Mantel abgeworfen hat, hat nicht unbedingt etwas mit der Trockenheit zu tun. Es ist eine Folge des guten Wachstums im Frühjahr. Der Mantel ist zu eng geworden.


Rotes Mehlfässchen

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Da werden sich die Vögel freuen: Der Weißdorn trägt reiche Frucht. In jeder der kleinen roten Beeren, die ein mehliges Fleisch haben, befindet sich nur ein Samen, den die Vögel verbreiten helfen. Im Volksmund hieß die Beere auch Mehlfässchen: eine Erinnerung, dass die Früchte in der Not auch in der Küche Einsatz fanden. Heute dienen sie als Blutdrucksenker.


Hanebüchene Entwicklung

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Das ist schon hanebüchen, wie weit sich die Früchte der Hainbuche bereits entwickelt haben. Eigentlich sind sie erst im Oktober reif, aber Wärme und Trockenheit haben die Entwicklung vorgezogen. Hanebüchen bedeutet unerhört oder auch derb. Das Wort leitet sich von der Hainbuche ab, die bekannt ist für besonders derbes Holz.


Bucheckern für den Kuchenteig

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© Foto: Sylvia vom Hofe

Diese Buche hängt voll mit Bucheckern. Jeweils zwei Früchte befinden sich unter einer stacheligen Decke. Bucheckern sind nicht nur für Waldtiere, sondern auch für Menschen essbar. Zu Mehl geschrotet, können die Früchte der Rotbuche (nicht zu verwechseln mit der Hainbuche) zu Brot oder Kuchen verbacken werden, wie der Naturschutzbund (NABU) mitteilt. Geröstet seien sie ebenfalls lecker.

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