Die Autorin Mo Asumang lässt sich nicht einschüchtern und stellt sich dem Hass

Lesung

Mo Asmung wurde aufgrund ihrer Herkunft beleidigt, geschlagen und mit dem Tode bedroht. Als Reaktion setzt sie sich gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Am Sonntag ist sie in Schwerte.

Schwerte

, 02.10.2018, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Autorin Mo Asumang lässt sich nicht einschüchtern und stellt sich dem Hass

Mo Asumang bei der Vorstellung ihrer Buchdokumentation: Mo und die Arier. © picture alliance / dpa

Die erste Afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang kommt nach Schwerte. Im Friedrich-Bährens-Gymnasium wird sie aus ihrem Buch „Mo und die Arier. Allein unter Rassisten und Neonazis“ vorlesen. Für ihnen Einsatz gegen Rassismus ist die Berlinerin deutschlandweit und sogar über die Grenzen der Bundesrepublik bekannt.

Auslöser für ihr Engagement war eine Morddrohung der Neo-Naziband „White Aryan Rebel“, die in einem Lied sangen: „Die Kugel ist für dich“. Mo Asumang ließ sich von dieser Zeile und weiteren verbalen und teilweise körperlichen Angriffen nicht einschüchtern, sondern setzte sich umso stärker gegen Rassismus ein.

Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für Mo Asumang


Spätestens seit ihrer Buchdokumentation ist Asumang als gefragte Referentin unterwegs. Für ihr Werk wird sie unmittelbar vor ihrer Lesung in Schwerte, mit dem Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur in Unna gewürdigt. Die Jury beschreibt Asumang als „mutige Autorin und Filmemacherin, die es versteht, mit scheinbar arglosen Fragen Rassisten, Pseudoherrenmenschen und deren hasserfüllte Ideologien zu entlarven.“

Während viele den Kontakt zu Andersdenkenden meiden, schreckt Mo Asumang vor der direkten Konfrontation mit Rechtsradikalen nicht zurück. So geschehen auf einer Demo von 3000 Rechtsextremen auf dem Berliner Alexanderplatz. Auch vor Anhängern des rassistischen Ku-Klux-Klans in den USA schreckt die Autorin nicht zurück. Eine ihre Strategien besteht darin, Menschen die sie hassen, unbequeme Fragen zu stellen. Es können jedoch auch überraschende Tatsachen sein. Asumang beschreibt in ihrem Buch, dass Arier ursprünglich aus dem persischen Raum kommen. Um dies zu belegen reiste sie sogar in den Iran und traf auf Menschen, die sich selbst als Arier bezeichnen.

„Mo Asumang macht Menschen Mut“

Bei der Lesung handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung des Kommunalen Integrationszentrums (KI) im Kreis Unna sowie dem Schwerter Bündnis gegen Rechts. Sevgi Kahraman-Brust vom KI Unna ist sich sicher: „Mo Asumang macht Menschen Mut, sich gegen Rassismus einzusetzen.“ Zu der Lesung sind Schüler ab der achten Klasse eingeladen. Aber nicht nur.

Die Veranstaltung ist für alle Interessierte geöffnet. Es könne natürlich sein, dass Rechtsradikale vor Ort sind, so Sevgi Kahraman-Brust. Dagegen sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagt der Direktor des Friedrich-Bährens-Gymnasiums Heiko Klanke, aber: „Diskutieren kann jeder, solange man sich an die freiheitlichen Regeln hält. Im Zweifel würde ich von meinem Hausrecht Gebrauch machen.“

Lesung im Gefängnis

Dirk Harms, der evangelischer Pfarrer in der Justizvollzugsanstalt Schwerte, ist dankbar dafür, dass Mo Asumang den Weg in das Gefängnis nicht scheut. Dort ist sie für eine nicht-öffentliche Lesung: „Ich merke, dass unter den Gefangenen etwas wächst. Das Buch von Sarrazin wird unter Gefangenen gelesen. Ich habe auch schon heftige Diskussionen mit den Häftlingen geführt.

Ursula Meise vom Schwerter Bündnis gegen Rechts ist über die Notwendigkeit der Lesungen mit Asumang überzeugt: „Uns macht der Rechtsruck sehr zu schaffen und wir sind besorgt darüber, wohin unsere Demokratie geht. Wir stellen uns die Frage, woher dieser Rechtsruck kommt?“

Auf diese und weitere Fragen erhoffen sich die Organisatoren Antworten. Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird über den Kreis Unna sowie dem Westfälischen Literaturbüro in Unna finanziert. Die öffentliche Lesung im Friedrich-Bährens-Gymnasium, Ostbergerstr. 17, findet am Sonntag, 7. Oktober, um 16.30 Uhr statt. Von 300 Plätzen sind bereits 250 belegt.

Anmeldungen nimmt Sevgi Kahraman-Brust, Mitarbeiterin des KI im Kreis Unna entgegen: sevgi.kahraman-brust@kreis-unna.de

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