Dickes Umsatzplus: Einfluss von Remondis steigt

Dass Müll in Wahrheit ein Rohstoff ist, mit dem man gute Geschäfte machen kann, zeigt das Beispiel Remondis: Der Branchenoprimus macht seit Jahren immer mehr Umsatz. Die Konkurrenten blicken finster drein.

20.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Dickes Umsatzplus: Einfluss von Remondis steigt

Das Logo von Remondis an einem der Gebäude des Unternehmens. Foto: Bernd Thissen/Archivbild

Deutschlands ohnehin schon größter Entsorgungskonzern, Remondis, setzt seinen rasanten Wachstumskurs fort. Wie das Unternehmen aus Lünen bei Dortmund auf Anfrage mitteilte, lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 7,9 Milliarden Euro und damit 0,6 Milliarden höher als 2017. Ein Jahr zuvor, 2016, waren es nur 6,1 Milliarden Euro.

Zugleich stieg die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr gerundet um 2000 auf 36 000. Ein Teil des Wachstums kam über Zukäufe - schon seit langem übernimmt Remondis immer wieder Müllunternehmen, die häufig nur lokal tätig sind.

Die kleineren privatwirtschaftlichen und die kommunalen Konkurrenten beklagen eine zunehmende Konzentration in der Branche, was den Wettbewerb für sie erschwere. Der gestiegene Jahresumsatz verdeutlicht, dass Remondis weiter an Einfluss gewinnt. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen wie üblich nicht.

Ein umstrittener Zukauf ist unterdessen kurz vor dem Scheitern: Bereits im vergangenen Jahr gab Remondis die Übernahme des Kölner Unternehmens Duales System Deutschland (DSD) bekannt, was die Markenrechte am Recycling-Symbol Grüner Punkt hält. Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das die Abholung, Sortierung und Verarbeitung von Abfall organisiert und dabei Aufträge zum Beispiel an Müllabfuhren vergibt.

Remondis-Konkurrenten sehen in der Übernahme deutlich schlechtere Perspektiven für ihre Geschäfte. Das Bundeskartellamt nimmt den Zukauf noch unter die Lupe und scheint Befürchtungen wegen einer zu starken Wettbewerbsposition von Remondis durch den DSD-Kauf zu teilen: Unlängst meldete die Behörde Bedenken an. Final entscheiden müssen Deutschlands oberste Wettbewerbshüter bis zum 28. Juni.

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