Deutschland wirbt in London für „Invictus Games“

Kriegsveteranen, die trotz amputierter Gliedmaßen sportliche Höchstleistungen abliefern: Das sind die „Invictus Games“, ins Leben gerufen von Prinz Harry. 2022 sollen sie nach Düsseldorf kommen. Die Macher der Bewerbung reisen jetzt nach London - und sind guter Dinge.

16.09.2019, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

London, Toronto, Sydney - und bald Düsseldorf? Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt will die „Invictus Games“ der Stiftung des britischen Prinzen Harry 2022 ausrichten. Für die offizielle Bewerbung reist eine Delegation inklusive mehrerer Generäle, Verteidigungs-Staatssekretär Peter Tauber (CDU) und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur heute nach London. Eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Die Chancen für Düsseldorf stehen gut.

Die „Invictus Games“ sind ein paralympischer Wettbewerb für im Einsatz verletzte Soldatinnen und Soldaten. Vergeben und ausgerichtet werden die Spiele von einer Stiftung, die Prinz Harry ins Leben gerufen hatte und deren Schirmherr er heute ist. Die ersten „Invictus Games“ fanden 2014 in London statt, es folgten unter anderem Toronto und Sydney. 2020 ist Den Haag an der Reihe.

Nach früheren Angaben der Verwaltung hatten Verteidigungsministerium und Landesregierung vorgeschlagen, dass sich Bundeswehr und Düsseldorf gemeinsam um die internationale Ausrichtung bewerben. Stattfinden sollen die Wettbewerbe im Frühjahr 2022 - im Mai oder Juni. Die Landeshauptstadt geht laut einer Vorlage für den Stadtrat mit der Merkur Spiel-Arena und den dazugehörigen Anlagen sowie dem Rheinbad als Austragungsort für die Schwimmwettbewerbe ins Rennen. Eröffnungs- und Schlusszeremonie könnten im ISS-Dome stattfinden.

Die Stadt sieht die „Invictus Games“ nach eigenen Angaben als „Meilenstein“ für eine mögliche NRW-Olympia-Bewerbung für das Jahr 2032. Für Düsseldorf entstünden keine Kosten - die würden vom Bund getragen, so die Information an den Stadtrat.

Im Berliner Verteidigungsministerium und im Düsseldorfer Rathaus ist man dem Vernehmen nach guter Dinge: außer Düsseldorf ist nach kanadischen Medienberichten nur noch die Stadt Victoria im Rennen. Da der Wettstreit mit Toronto schon mal in Kanada gastierte, könnte sich die Invictus-Stiftung diesmal für Deutschland entscheiden. Und: Victoria liegt auf einer Insel vor der kanadischen Küste. Invictus-Chef Dominic Reid sagte laut dem Sender CBC nach einem Ortstermin, dass die Anreise für die verwundeten Soldaten - die oftmals mehrere Gliedmaßen amputiert hätten - eine physische Herausforderung sein könnte.

Hier ist Düsseldorf im Vorteil: Stadion und Messe - deren Hallen man einbinden könnte - liegen nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Sollten die Spiele nach NRW kommen, sind die deutschen Macher sicher: Prinz Harry würde samt Ehefrau Meghan und Sohn Archie kommen. „Und wer weiß: vielleicht haben Sie bis dahin noch mehr Nachwuchs“, sagt einer, der in die Planungen involviert ist. Bei den „Invictus Games“ in Toronto hatten Harry und Meghan übrigens einen ganz besonderen Auftritt: Damals, im September 2017, zeigten sich die beiden zum ersten Mal als Paar und turtelnd in der Öffentlichkeit.

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