Deutschland nahm 2019 gut 400 aus Seenot gerettete Migranten auf

Flüchtlingspolitik

Über 400 Migranten, die in Seenot im Mittelmeer waren, fanden 2019 den Weg nach Deutschland. Die Bundesregierung sagte zudem Italien und Malta die Aufnahme weiterer 250 Bootsmigranten zu.

Zagreb, Berlin

24.01.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deutschland nahm 2019 gut 400 aus Seenot gerettete Migranten auf

Italien, Messina: Männer aus Bangladesch verlassen im Hafen von Messina das Rettungsschiff der Organisation Open Arms, nachdem sie im Januar vor der libyschen Küste gerettet wurden © picture alliance/dpa

Deutschland hat in den vergangenen Monaten 401 Migranten aufgenommen, die 2019 im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet worden waren. Das geht aus Daten des Bundesinnenministeriums hervor.

Darüber hinaus hat die Bundesrepublik den beiden südlichen EU-Staaten Italien und Malta die Aufnahme weiterer 249 Bootsmigranten zugesagt. Diese Menschen sind bislang allerdings noch nicht nach Deutschland eingereist.

Die Seenotrettung privater Hilfsorganisationen hatte die EU im vergangenen Jahr vor große Probleme gestellt. Italien und Malta weigerten sich, ihre Häfen für die Schiffe zu öffnen, und forderten Hilfe bei der Aufnahme Geretteter. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) einigte sich im September schließlich mit seinen Kollegen aus Frankreich, Italien und Malta auf ein vorläufiges Verfahren.

Danach sollten die Rettungsschiffe in Italien oder Malta anlegen dürfen. Innerhalb von vier Wochen sollten die Menschen auf andere EU-Staaten verteilt werden. An dem Verfahren beteiligten sich zuletzt regelmäßig auch Portugal, Luxemburg und Irland.

Über 140.000 Menschen stellten erstmals Asylantrag in Deutschland

Seehofer hatte damals zugesagt, Deutschland könne ein Viertel der Geretteten aufnehmen. Dafür war er vor allem in den Unionsparteien sowie der AfD kritisiert worden. Der Minister betonte stets, bei der Seenotrettung handele es sich um vergleichsweise kleine Zahlen. Insgesamt haben 2019 nach Zahlen des Innenministeriums 142 509 Menschen erstmals einen Asylantrag in Deutschland gestellt.

Potsdam hat am Mittwoch die ersten 25 aus Seenot geretteten unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aufgenommen. Potsdam ist eine von 40 Städten im Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ und koordiniert das bundesweite Netzwerk.

Man sei froh, dass die Bestrebungen der Initiative dazu beitragen konnten, die humanitäre Katastrophe an den europäischen Außengrenzen weiter in den Fokus zu rücken, erklärte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) in einer Mitteilung. Bis zur vollen Auslastung der Platzkapazität in den Unterkünften werde die Stadt tun, was möglich sei.

RND/dpa

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