„Deutscher Fahrer“: Dresdner (23), der Zettel meldete, bekommt Morddrohungen

Bus Dresden

Ein Dresdner zeigte Courage, indem er den Zettel mit der Aufschrift „Diesen Bus steuert ein deutscher Fahrer“ an einem Bus meldete. Im Netz bekommt der 23-Jährige Gegenwind - und wird bedroht.

Dresden

19.12.2019, 10:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Deutscher Fahrer“: Dresdner (23), der Zettel meldete, bekommt Morddrohungen

Dieses Bild ging durch die Medien. Der 23-jährige Peter Dörffel bekommt nun in den sozialen Medien Morddrohungen, weil ihm der Aushang auffiel und ihn den Verkehrsbetrieben meldete. © dpa

In Dresden sorgt noch immer der Aushang eines Busfahrers mit den Worten „Diesen Bus steuert ein deutscher Fahrer“ für viel Aufsehen. Dem 23-jährigen Peter Dörffel war der Zettel vor wenigen Tagen aufgefallen, er hatte ihn den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) über Twitter gemeldet. Die reagierten prompt - und stellten den Fahrer vom Betrieb frei, er fährt in Dresden erst mal keine Busse mehr.

Doch während die Verkehrsbetriebe schnell reagierten und damit die Courage des jungen Dresdners belohnten, wird Dörffel nun von anderer Seite in den sozialen Medien beleidigt - sogar Morddrohungen gegen ihn sollen gefallen sein: „Das reicht von ,Na sowas wird man ja heutzutage noch sagen dürfen‘ bis zu ,Bring dich am besten selber um‘ und ,Du bekommst irgendwann später noch Besuch‘“, sagt der Dresdner im Interview mit RTL über die Kommentare, die ihn ereilen.

23-jähriger Dresdner versteht Aufregung nicht

Er versteht die Aufregung um die Nationalität des Busfahrers überhaupt nicht: „Im öffentlichen Bus ist es doch vollkommen wurst, ob das ein Deutscher ist oder ein Syrer oder ein Türke oder was weiß ich wer. Ich will, dass der meinen Bus fährt und dass der ordentlich fährt und die Tür lange genug offen hält. Das ist alles, was wichtig ist“, sagt Dörffel dem Sender.

Währenddessen hatte sich ein Kollege des suspendierten Busfahrers bei der „Bild“ zu Wort gemeldet. Er begründet den Zettel so: „Uns hat er gesagt, er wollte klarmachen, dass er der deutschen Sprache mächtig ist.“ Hintergrund sei, dass zuletzt wegen Personalknappheit vor allem Fahrer aus Osteuropa angeworben wurden, die kein Deutsch können.

RND/hsc

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