Deutsche Kinderhilfe: höhere Strafen für Kindesmissbrauch

Mehrere Männer sollen ihre eigenen Kinder missbraucht und sich gegenseitig Aufnahmen der Taten geschickt haben: Nach dem Bekanntwerden dieser Tatvorwürfe in Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Kinderhilfe das Bundesjustizministerium aufgefordert, die Höchststrafen für Kindesmissbrauch zu erhöhen.

01.11.2019, 12:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deutsche Kinderhilfe: höhere Strafen für Kindesmissbrauch

Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

„Was den Kinderschutz angeht, bin ich bislang schwer enttäuscht von unserer Bundesjustizministerin“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rainer Becker. Im Juni hatten die Innenminister der Länder die Bundesregierung gebeten, die Mindeststrafe für sexuellen Missbrauch von Kindern und für Straftaten im Bereich Kinderpornografie auf ein Jahr anzuheben.

Die Höchststrafe für den Besitz von Kinderpornografie sollte nach dem Willen der Innenminister von drei auf fünf Jahre erhöht werden, die für das Verbreiten von Kinderpornografie von fünf auf zehn Jahre. „Bis heute hat es aus dem Bundesjustizministerium keine erkennbare Reaktion auf den Beschluss der Innenministerkonferenz gegeben“, kritisierte die Deutsche Kinderhilfe. 

Eine Sprecherin des Justizministeriums betonte am Freitag, es werde laufend geprüft, wie diese schweren Straftaten noch effektiver verfolgt werden könnten. Den gegenwärtigen Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe für Kindesmissbrauch sehe das Ministerium jedoch „als angemessen an“.

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