Deutsche Bahn: Schrott-Orden für verspäteten Bahnhofsbau

Für eine Stadt mit S-Bahn-Linie, aber vorerst ohne Haltestelle, bekommt die Deutsche Bahn den bitterbösen Karnevalsorden „Pannekopp“ aus Stahlschrott verliehen. Dank der Bahntochter DB Netz AG fahre ab Ende des Jahres ein „Geisterzug ohne Halt“ durch die Stadt Herten im nördlichen Ruhrgebiet. Trotz langer Planungszeiten für die S-Bahn 9 von Essen über Herten nach Recklinghausen sei es nicht gelungen in Herten einen Bahnhof für die Linie zu bauen. „Es wird also erstmal gefahren, aber nicht gebaut und schon gar nicht gehalten“, teilten die Macher des Ruhrpott-Karnevals „Geierabend“ am Dienstag mit.

05.03.2019, 12:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deutsche Bahn: Schrott-Orden für verspäteten Bahnhofsbau

Der Orden "Pannekopp des Jahres" steht 2014 in Dortmund auf einer Bühne. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Die Bahn begründet den fehlenden Halt mit langen Planungsfristen: Um bauen zu können, müsse die Strecke zeitweise gesperrt werden. Dies sei aus Rücksicht auf den regionalen und überregionalen Verkehr erst 2021 möglich, sagte eine Bahnsprecherin.

Mit dem karnevalistisch-boshaften Anti-Orden „würdigen“ die Jecken aus dem Ruhrgebiet in diesem Jahr zum 17. Mal „besondere Verdienste“ um die Region. Bei der Publikumsabstimmung setzte sich die Deutsche Bahn knapp gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) durch. Sein Wahlkampfversprechen von einer „A40 ohne Stau“ werde allenfalls durch Diesel-Fahrverbote einhaltbar sein, begründeten sie seine Nominierung.

Der „Pannekopp“ wiegt 28,5 Kilogramm und muss nach den Statuten bis zum Ende der Fastenzeit um den Hals getragen werden. Wohl deshalb hat ihn bislang auch noch niemand in Empfang genommen - bis auf einen lokalen SPD-Politiker vor Jahren. Verliehen wird er nach Publikumsabstimmungen bei den „Geierabend“-Sitzungen.

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