Der Traum vom Eigenheim wird teurer: Preise in Lünen sind 2018 weiter gestiegen

dzBauland und Immobilien

Immobilien sind nach wie vor ein einträgliches Geschäft in Lünen. Nach Expertenmeinung wird sich der Markt weiter positiv entwickeln. Eine Personengruppe schaut jedoch in die Röhre.

Lünen

, 25.02.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der „Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Lünen“ hat seinen Bericht für das abgelaufene Jahr 2018 vorgelegt. Anhand von Kaufverträgen analysiert das Gremium den Markt und legt außerdem die Bodenrichtwerte fest, an denen sich wiederum die Grundstückspreise orientieren. Diese Werte können je nach Lage und Bauvorhaben stark variieren - die Spanne reicht von 170 bis 285 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 155 bis 260 Euro pro Quadratmeter).

Wenig überraschend: Der Preis für Grundstücke ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Ein Bauplatz für ein frei stehendes Ein- oder Zweifamilienhaus kostete durchschnittlich rund 147.000 Euro, ein Bauplatz für eine Reihen- oder Doppelhausbebauung lag bei rund 97.000 Euro. Im Jahr davor hatten die Werte bei 131.000 beziehungsweise bei 95.000 Euro gelegen.

Der Bericht nennt beispielhaft Preise: Ein 153 Quadratmeter großer Neubau auf einem 576 Quadratmeter großen Grundstück kostet 415.000 Euro, eine Immobilie gleicher Größe, aber aus dem Jahr 1980, wäre auf einem etwas kleineren Grundstück für 307.000 Euro zu haben. Ein Reihenendhaus von 2000, 287 Quadratmeter Grundstück und 149 Quadratmeter Wohnfläche, kostet 276.000 Euro, das Reihenmittelhaus mit 237 Quadratmeter Grundstück und 123 Quadratmetern Wohnfläche aus dem Jahr 1992 kommt auf 225.000 Euro.

Nur wenig Grundstücke für Neubauten

Viel Geld für die eigenen vier Wände. Dieses Problem ist nach Meinung von Helmut von Bohlen, Chef der gleichnamigen Immobilienfirma, hausgemacht: „Lünen ist eine attraktive Stadt zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Ich gehe davon aus, dass der Zuzug von Familien steigt.“ Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach bezahlbaren Doppelhaushälften oder Reihenhäusern - doch die gibt es kaum auf dem Markt. „Für Neubauten stehen momentan leider nur sehr beschränkt Baugrundstücke zur Verfügung“, so von Bohlen: „Daraus resultierend sind die Preise für gebrauchte Wohnimmobilien in dieser Kategorie stark angestiegen.“

Nach Angaben des Gutachterausschusses wurden 2018 insgesamt 36 unbebaute Grundstücke verkauft, außerdem registrierte das Gremium 33 Verträge für schlüsselfertige Ein- und Zweifamilienhäuser. 192 bebaute Grundstücke wechselten zudem den Besitzer, hier stellte der Gutachterausschuss einen Preisanstieg von 12 Prozent gegenüber 2017 fest. Bei den 131 im Jahr 2018 verkauften Eigentumswohnungen stiegen die Preise im Durchschnitt um acht Prozent gegenüber 2017.

Stadtbild verändert sich

Eine Entwicklung, die Helmut von Bohlen noch nicht am Ende sieht - und die sich auf das Stadtbild auswirkt: „Die Anforderungen an die Wohnqualität sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Die meisten älteren Gebäude werden diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht, und die technische Lebensdauer ist oft länger als die wirtschaftliche Lebensdauer“, so der Experte: „Da sich Wohnbaugrundstücke in Zentrumsnähe nicht einfach beliebig vermehren lassen, werden in Zukunft ältere Gebäude abgerissen, um Platz für neue moderne Wohnimmobilien zu schaffen.“

Unabhängig davon plädiert von Bohlen dafür, weitere Grundstücke und Neubaugebiete zu erschließen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. „Auch für Senioren fehlen barrierefreie stadtnahe Wohnungen mit Aufzug und Tiefgarage. Hier sind 3-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 85 m² und 95 m² gefragt.“

Die aktuellen Bodenrichtwerte und die Grundstückmarktberichte der vergangenen Jahren sind online anrufbar: https://www.boris.nrw.de/
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