Der Supersommer hinterlässt seine Spuren in Selm

dzHitzewelle

Seit Wochen hält sich das gute Wetter in Selm und Umgebung. Welche Auswirkungen das auf die Natur und die Menschen hat, erzählen die Selmer.

von Nele Katinka Falke

Selm

, 26.07.2018, 09:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gelbe Wiesen, trockene Felder – der Natur setzen die aktuellen Temperaturen deutlich sichtbar zu. Der Wetterdienst und die Feuerwehren warnen vor Brandgefahr, Bauern fürchten um die Ernte. Und die Selmer? Wie sie mit dem Supersommer umgehen, haben wir bei einer kleinen Umfrage erfahren.


Sonniges Faulenzen

Obwohl die Sonne ihm mit voller Wucht ins Gesicht strahlt, ist Gerhard Herrmann sportlich unterwegs: Mit dem Fahrrad holt er die Zeitung. Sein weiterer Tagesplan steht schon fest: „Faulenzen. Das ist bei diesem Wetter am besten“, sagt er. Der 82-Jährige möchte „dem lieben Gott den Tag stehlen“. Was er damit meint? Einfach mal nichts tun. Das klappe beiihm ganz gut, sagt der Rentner und lacht.


Übeltäter Hitze – oder?

Sie sehen vertrocknet aus, sind aber kerngesund: Die Rinde, die von den Platanen in Bork fällt, ist kein Einzelfall. „Man nennt das sekundäres Dickenwachstum. Das lässt sich mit Reptilien vergleichen, die ihre Haut abwerfen“, sagt Holger Leidorf von den Stadtwerken. Also alles ganz natürlich. Die Platanen vertrocknen nicht, sondern wachsen sehr schnell. Die Rinde wächst nicht mit und fällt deswegen ab.


Sommertag am See

Mit breitem Lächeln und Sonnenbrillen laufen Patrick Pryzbylak, Bernd Hellbrich und Louis zum Ternscher See. Hier suchen sie Abkühlung vom heißen Sommertag. Die Luftmatratze ist schon aufgepumpt, die Männer suchen sich ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen. „Hoffentlich finden wir noch eins“, sagt Przybylak. Diese Sorge ist nicht unberechtigt. Viel Platz bietet der Strand bei diesem Wetter nicht mehr.


Zu heiß für Eis?

Mit der heißen Zeit verbinden viele auch den Besuch im Eiscafé. Aber zu heiß darf es dafür auch nicht sein. „Die Leute sind bei zu hohen Temperaturen lieber im Freibad, als hier auf der Terrasse zu sitzen“, sagt Sofia Reis vom Eiscafé San Remo. Voll war es gestern trotzdem. Die kalte Abkühlung tat vielen Menschen gut. Die Lieblingssorte der Selmer sei Vanille, sagt die Chefin, „das ist ja auch fast in jedem Eisbecher drin“.



Von Fußball und Abkühlung

Emely Sophie Braun, Nico André Vogt und Jason Patrice Belka verbringen den 35 Grad heißen Tag am Wasser. Am Strand des Ternscher Sees liegen die Freunde gemeinsam mit ihren Familien. „Wir spielen gleich Fußball, und danach gehen wir wieder ins Wasser“, erzählt Emely Sophie. Fußball spielen die Drei nicht nur im Sand, sondern auch auf dem Platz beim Ballspielverein des Lüner Stadtteils Brambauer.


Bürger sollen gießen

Der Supersommer hinterlässt seine Spuren in Selm

© Marie Rademacher

Öffentliche Rasenflächen werden nicht gewässert. „Die regenerieren sich selbst. Auch wenn oben alles platt ist, wachsen die Wurzeln nach“, sagt Holger Leidorf von den Stadtwerken. Viele Bäume hingegen bräuchten dringend Unterstützung. Die Stadtverwaltung bittet die Bürgerinnen und Bürger, Bäume und Pflanzen auf öffentlichen Flächen zu gießen: „Ein Eimer pro Tag reicht bereits“, sagt Sprecher Malte Woesmann.

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