Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Streit um den Weg an Reinhold Böckers Hof schwelt weiter

Auf dem Hahnen

Der Hasseler Bauer hat seine Klage zurückgezogen. Vorbei ist der Ärger um den Weg Auf dem Hahnen aber noch nicht.

Bork

, 03.08.2018
Der Streit um den Weg an Reinhold Böckers Hof schwelt weiter

„Unbefugtes Benutzen verboten.“ Da drehen viele lieber um, statt weiter zu gehen. © Foto: Sylvia vm Hofe

Sperren oder nicht Sperren. Das ist offenbar auch weiterhin die Frage Auf dem Hahnen. Dabei ist laut Verwaltungsgericht Gelsenkirchen der Rechtsstreit um den Weg im Borker Außenbereich geklärt.

„Privatgrundstück. Unbefugtes Benutzen verboten“, steht auf Schildern vor und hinter dem landwirtschaftlichen Anwesen Auf dem Hahnen 36 in Hassel. Einladend ist das nicht. Soll es auch nicht sein, wie Reinhold Böcker, der Hofeigentümer, sagt: „Ich will keine fremden Leute auf meinem Privatgrundstück haben“, sagt er. Die Schilder würden deshalb bleiben, „auf jeden Fall“.

„Das ist kein Privatgrund“

„Der Weg ist kein Privatgrundstück, sondern ein sogenannter Weg in freier Landschaft“, widersprich Max Rolke von der Pressestelle des Kreises Unna. Jeder dürfe ihn nutzen. Die Schilder seien zu entfernen.

Laut Wolfgang Thewes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, müsste dieses Hin und Her eigentlich beendet sein. „Wir hatten im Juni einen Ortstermin“, sagt er auf Anfrage dieser Redaktion. Dabei habe der Landwirt, der im Dezember 2016 vor das Verwaltungsgericht gezogen war, seine Klage zurückgenommen. Eine Sperrung des Weges sei damit vom Tisch, so Thewes.

Mit einer Ausnahme: „Wenn er Totholz entfernt aus Bäumen, darf er sperren“, sagt Richter Thewes. „Und wenn ich Reparaturen an der Scheune durchführe“, ergänzt Bauer Böcker. Für ihn steht fest: „Wenn Arbeiten anstehen, werde ich die Tore schließen.“ Alles andere, sagt er, „käme einer Enteignung gleich“.

Spaziergänger sind kein Problem

Böcker hat sich oft geärgert. Die Spaziergänger seien ja nicht das Problem, „aber Leute, die mir auf meinem eigenen Grund und Boden Vorschriften machen wollen“, wie schon mehrfach passiert. Er lasse das nicht zu – und will notfalls erneut vor Gericht ziehen und den Rechtsstreit dann bis zum Ende durchziehen. Ein Vorteil: Dann würde es ein Urteil, das für alle Seiten eindeutig ist.

Maria Lipke (UWG) gehört zu denen, die sich seit Jahren für die dauerhafte Öffnung des Weges einsetzen. „Das ist ein Wanderweg, der immer da war und bleiben muss“, sagt die Ratsfrau, die in Hassel geboren wurde. Die Schilder, müssten weg. „Die irritieren nur alle, die den Weg Nutzen möchten.“