Der Selmer Glitzerwald will ab dem 22. November seinem Namen gerecht werden

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Vor der Friedenskirche wächst ein Wald in Rekordzeit. 130 hohe Tannen bis zum 22. November. Anders als bei der Premiere 2017 will der Glitzerwald dieses Mal seinem Namen voll gerecht werden.

Selm

, 14.11.2018, 17:06 Uhr / Lesedauer: 4 min

Tannenduft liegt bereits in der Luft. Ab Donnerstag, 22. November, wird auch das Aroma von Glühwein und Bratwurst dazu kommen und bis 2. Dezember einschließlich die gesamte Altstadt erfüllen. Der Glitzerwald Selm, die neue Attraktion der Stadt Selm der Vorweihnachtszeit, lädt zum zweiten Mal zum besonderen Bummel ein. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

? Der Friedensplatz ist gepflastert. Wie ist es möglich, dort so viele Bäume stabil aufzustellen?

Dafür hat sich das Team der Stadtwerke etwas Besonderes einfallen lassen: Baumständer Marke Eigenbau. Dabei handelt es sich um schwere Betonklötze, die die Mitarbeiter selbst gegossen und anschließend grün angestrichen haben. In der Mitte haben sie jeweils eine Aussparung gelassen für den Stamm. Unter diesen Betonklötzen sind auch alte Bekannte: die einst gelb-roten Schachtringe, die langzeitarbeitslose Jugendliche der Umwelthaus gGmbH 2012 als Pflanzkübel für alle drei Ortsteile gefertigt hatten. „Alles hat seine Zeit“, so Bürgermeister Mario Löhr. Die der klobigen Pflanzkübel war im Juni um. „Ich freue mich, dass sie jetzt anders Verwendung finden“, so Löhr.

? Woher stammen die Tannenbäume?

Aus der westmünserländischen Gemeinde Rosendahl. Malte Woesmann, der für die Organisation des zweiten Selmer Glitzerwaldes einschließlich des dreitägigen Adventsmarktes zuständig ist, hatte die Bäume dort selbst in Augenschein genommen. Bereits 2017 stammte das Gros der Tannen von dort, nachdem die ersten Bäume aus dem Sauerland nicht groß genug waren. Die Zahl der Tannen wird mit 130 etwas über der im Vorjahr liegen.

? Und was passiert mit den Tannen, wenn der Glitzerwald am 3. und 4. Dezember wieder gerodet wird?

Wie im Vorjahr gibt die Stadt die Bäume an Interessierte ab, die mit ihnen Weihnachten feiern wollen. „Gegen eine Spende für den guten Zweck in Selm“, sagt Bürgermeister Löhr.

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? Wird der Wald glitzern?

Ja. Daran lässt Bürgermeister Mario Löhr keinen Zweifel. Im vergangenen Jahr als der Glitzerwald Premiere hatte, sei schnell klar gewesen, dass die Veranstaltung gut ankomme, „aber dass es zu wenig glitzert. Da hatte ich mir auch mehr vorgestellt“. Zur Erinnerung: Die Tannen wurden damals angestrahlt, leuchteten aber nicht selbst. Das habe er gelernt, sagt Malte Woesmann. Der für die Beleuchtung zuständige Dienstleister habe eigens Lichterketten gekauft für die Bäume. Sie lassen die nach wie vor angestrahlten Tannen in den Wipfeln zusätzlich leuchten.

Der Selmer Glitzerwald will ab dem 22. November seinem Namen gerecht werden

Der Aufbau des Glitzerwaldes läuft. © Foto: Malte Woesmann/Stadt Selm

? Wird sich außer der Beleuchtung noch etwas ändern?

Die Lage der Bühne. Im Vorjahr war sie direkt vor der Kirche. Jetzt wird sie mitten im Wald sein.

? Wie wird das Wetter werden?

Der Deutsche Wetterdienst kündigt ein Ende des Spätsommers im November an. Die Vorhersage reicht bis Mittwoch, 21. November, also einen Tag vor der Öffnung des Glitzerwaldes. Für diesen Tag sind Schnee und Schneegriesel vorgesehen. Die Temperaturen sollen um den Gefrierpunkt liegen: Glühweinwetter. Die Stadtwerke bereiteten sich bereits auf den Streu- und Räumdienst vor, sagt Verena Ginter, Geschäftsführerin der Stadtwerke.

? Was gibt es zu essen und zu trinken im Glitzerwald?

Darüber gibt Winfried Reckers Auskunft. Der Gastronom aus Lüdinghausen ist nicht nur für „Selm trifft sich und „Cappenberg live“ zuständig - den Sommeraktionen mit Feierabendbier und Musik - , sondern ach wieder für den Glitzerwald. „Wir bieten heiße und kalte Getränke an“, sagt er, jeweils mit und ohne Alkohol. Zu essen werde es neben Currywurst und Pommes auch gebackenen Camembert und Champignons geben.

? Und welche Musik wird dort erklingen?

Ganz unterschiedliche. Für den Eröffnungstag, Donnerstag, 22. November, hat Reckers eine deutsch-italienische Pop-Schlager-Party mit Domenico organisiert. Am Samstag, 4. November, spielt die Band „B-Side-Project“. Straßenmusiker „Radio Lukas“ aus Davensberg wird am Dienstag, 27. November, singen und spielen. „Gänsehautstimmung“ ganz unabhängig vom Wetter verspricht Reckers am Donnerstag, 29. November, mit dem Dandelions aus Münster. Und an fast allen anderen Tagen legt ein DJ auf, „der gerne Wünsche der Besucher berücksichtigt“. Am Abschlusswochenende, 1. und 2. Dezember, sorgen Selmer Chöre und Musikgruppen, die in der Friedenskirche auftreten, für festliche Musik, die nach draußen übertragen wird.

? Was ist am Totensonntag?

Gar nichts. Am 25. November, dem gesetzlichen Gedenktag für alle Verstorbenen, bleibt der Glitzerwald geschlossen: keine Musik, kein Imbiss, keine Getränke. Auch am Montag, 26. November, bleibt es ruhig: Ruhetag. Die Puppenbühne spielt lediglich für angemeldete Kita-Kinder.

? Wer macht alles beim Adventsmarkt mit?

Mit 65 Teilnehmern fünf mehr als im Vorjahr. „Die Resonanz war so groß, dass wir noch mehr Teilnehmer hätten gewinnen können“, sagt Bürgermeister Mario Löhr: ein Indikator, wie beliebt die Veranstaltung sei. „70 bis 80 Prozent der Beschicker sind keine Profis, sondern Privatleute, oft Vereine und Gruppen“, ergänzt Malte Woesmann. Wegen dieses großen ehrenamtliche Engagements sei es auch nicht denkbar, den Markt weiter auszudehnen über die inzwischen drei Tage hinaus. „Das könnten Vereine nicht organisieren.“

? Wie beteiligen sich die Kaufleute in der Altstadt?

„Wir haben uns etwas Neues ausgedacht, bei dem alle mitmachen können“ sagt Volker Brüning von der Werbegemeinschaft. Schon jetzt sind in den Geschäften der Altstadt weiße Tütchen erhältlich, insgesamt 2000 Stück. „Die geben wir für eine Spende von einem Euro ab“: Geld, das für den Hospizverein gedacht ist. Jedes Tütchen soll individuell bemalt, mit eine LED-Lämpchen ausgestattet und anschließend wieder zurückgegeben werden. „Dann haben wir 2000 zusätzliche Lämpchen“, so Brüning. Die Einzelhändler würden aber darüber hinaus ihre Geschäfte ohnehin stimmungsvoll illuminieren. Die Geschäftsleute der Altstadt haben auch ihre Öffnungszeiten an das vorweihnachtliche Ereignis angepasst. Am Freitag, 30. November, öffnen sie bis 22 Uhr, am Samstag, 1. Dezember, bis 21 Uhr. Der Sonntag, 2. Dezember, ist von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffen.

? Apropos Öffnungszeiten: Wie lange gibt es jeweils Programm im Glitzerwald?

Los geht es um 16 Uhr. Die Musik startet um 18 Uhr. „Um 22 Uhr ist jeweils Schluss aus Rücksicht auf die Anwohner“, so Malte Woesmann.

? Warum steht der Glitzerwald eigentlich in der Altstadt und nicht auf dem Campusplatz, dem neuen Veranstaltungszentrum Selms?

„Weil er in die Altstadt gehört“, sagt Bürgermeister Löhr. Vor der Kirche und bei den Geschäften seien Glitzerwald und Adventsmarkt genau richtig. „Ich kann mir zwar vorstellen, dass wir in der Zuknft am Campus eine Schlittschuhfläche bekommen“, so Löhr. Das sei aber ganz unabhängig zu sehen von der Veranstaltung in der Altstadt.

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