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Der „Schatz“ im Restmüll

Die Wertstofftonne im Kreis Unna

Das umweltfreundliche und effiziente Recycling von Wertstoffen ist ein wichtiger Weg, um unsere Umwelt zu schonen und wertvolle Ressourcen zu schützen.

15.11.2019, 23:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unna. Die richtige Trennung und Entsorgung hilft darüber hinaus auch, die Gebühren zu stabilisieren. Die Kreisentsorgungsgesellschaft GWA und die Städte und Gemeinden des Kreises Unna bieten ihren Bürgern deshalb viele Möglichkeiten zur sauber getrennten Erfassung von Abfall. Es gibt zahlreiche Abgabestellen und auch die GWA-Abfall-Hotline hilft Bürgern bei Fragen oder Unklarheiten gerne weiter.

Daher dürften in der Restmülltonne eigentlich viele Dinge nicht mehr zu finden sein. In der Praxis sieht es jedoch anders aus und es landen immer noch viele Abfälle in der Restmülltonne, die dort nicht hingehören. Sie werden in der Müllverbrennungsanlage verbrannt und sind praktisch nicht mehr verwertbar. Das ergab auch eine aktuelle Hausmüllanalyse der GWA. Als Datengrundlage dienten Teilmengen der in Summe rund 55.000 Tonnen Restmüll, die jährlich im Kreis Unna entstehen.

Mit mindestens 25 Prozent machen die Küchen- und Gartenabfälle den größten Teil der Abfälle aus, die nicht in die Restmülltonne gehören – aber trotzdem genau dort gelandet sind. Über die Biotonne wären also mindestens ein Viertel der Abfälle kompostierbar. „Die Entsorgung über den Restmüll ist nicht nur nicht erlaubt und ökologisch nicht akzeptabel, sondern auch aus Kostengründen abzulehnen“, sagt Andreas Hellmich, Leiter der Abfallberatung der GWA. Denn die Entsorgung in der Müllverbrennungsanlage kostet rund 100 Euro pro Tonne mehr als die Verwertung in der Vergärungsanlage. Bei rund 13.600 Tonnen Bioabfall im Restmüll kostet das den Gebührenzahler rund 1,4 Millionen Euro jährlich zusätzlich.

Der „Schatz“ im Restmüll

Mindestens 25 Prozent im Restmüll sind Bioabfälle – dabei kann diese Ressource kostengünstiger und umweltfreundlicher zu wertvollem Kompost und Strom verarbeitet werden. © GWA

An zweiter Stelle steht mit rund drei Prozent der Papierabfall. Eigentlich ist es bekannt, dass Papierabfall nicht in die Restmülltonne, sondern in die blaue Papiertonne gehört. Trotzdem wird aktuell Papier im Wert von rund 100.000 Euro pro Jahr gemeinsam mit dem Restmüll verbrannt. „Papier ist viel zu schade für den Restmüll“, sagt Andreas Hellmich „Der Abfall kann nämlich noch Vergütung bringen und damit Gebühren stabilisieren und darüber hinaus natürlich die Umwelt schonen.“

Metalle, die leider auch immer wieder in der Restmülltonne auftauchen, können sortenrein über die Wertstoffhöfe und die Wertstofftonnen erfasst werden - und das kostenlos!

Hochgerechnet rund 450 Tonnen Elektrogeräte fand die GWA kreisweit in der Restmülltonne. Auch diese können von Bürgerinnen und Bürgern kostenlos am Wertstoffhof abgegeben werden. Durch die Entsorgung in der Restmülltonne wird auch hier der Gebührenhaushalt unnötigerweise belastet. Außerdem wird die Verwertung von Elektrogeräten durch die falsche Mülltrennung schwieriger bis unmöglich.

Leider landen auch noch immer Schadstoffe wie beispielsweise Lacke, Lösemittel und Spraydosen sowie Batterien in der Restmülltonne. Schadstoffe haben ein Gefährdungspotenzial und müssen deshalb gesondert entsorgt werden. Aus diesem Grund ist an vielen Stellen eine kostenlose Abgabe möglich, zum Beispiel bei den stationären Annahmestellen der GWA oder beim Umweltbrummi.

Alte Batterien kann man eigentlich überall dort kostenlos abgeben, wo man Batterien kaufen kann, zum Beispiel im Supermarkt.

Über 100 Tonnen Holz landen ebenfalls jährlich in der Restmülltonne. Dieser Abfall darf zwar in die Restmülltonne, aus ökologischer Sicht wäre eine Verwertung im Biomassekraftwerk aber wesentlich sinnvoller.

Folien, formstabile Kunststoffe oder Verbunde (inkl. Tetra Pak) treten laut der Analyse ebenfalls in rauen Mengen im Restmüll auf. Die Erfassung der rund 4.000 Tonnen wäre über die Wertstofftonne kostenlos und würde so auch den Gebührenhaushalt nicht weiter mit rund 800.000 Euro pro Jahr belasten. - Zudem ist für eine sinnvolle Verwertung die separate Erfassung zwingend notwendig.

„Eine korrekte Mülltrennung ist wichtig!“, fasst Andreas Hellmich zusammen „Die Bürger im Kreis Unna können also selbst einiges für die Umwelt und stabile Gebühren tun ...und so quasi den „Schatz“ heben.“

Der „Schatz“ im Restmüll

GWA_Kreis_Unna_mbH © xxx

ZVR-MonTakt_E-Paper-Ausgabe_MTSued_Samstag, 16 Nov (473 kB)

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Abfallberatung der GWA unter www.gwa-online.de oder Telefon 02303 / 284-0.

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