Der Notarzt hat auch Lotsenfunktion

Wann in welches Krankenhaus?

Notaufnahmen haben im Grunde alle Krankenhäuser in der Region. Wichtiger für den Patienten kann das Klinikangebot „dahinter“ sein. Im Idealfall stellt schon der Notarzt die Weichen richtig.

Unna

, 03.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Der Notarzt hat auch Lotsenfunktion

Rettungsdienst und Notfallversorgung liegen in der Zuständigkeit der Kommunen. Unna arbeitet dabei mit mehreren Fachpartnern zusammen: Feuerwehr und Rotes Kreuz besetzen die Rettungsdienstfahrzeuge. Den Beifahrerplatz im Notarztwagen besetzen Krankenhausärzte. © Stadt Unna

Zum spektakulärsten „Irrläufer“ der zurückliegenden Jahre zählt der Fall eines Paares, das im Evangelischen Krankenhaus zum Elternpaar geworden ist. Den beiden war offenbar nicht bekannt, dass die Geburtshilfe in Unna am katholischen Katharinen-Hospital angesiedelt ist. Weil es für eine Verlegung schon zu spät war, halfen auch die Mediziner aus dem EK bei der Entbindung. In schlimmeren Fällen als diesem gilt es natürlich, den Patienten gleich an die richtige Adresse zu lotsen.

Das Beispiel zeigt, dass Notaufnahme nicht unbedingt gleich Notaufnahme ist. Eine große Rolle spielt für Patienten auch die Einbettung in ein Angebot von Fachkliniken. Und dieses Angebot unterscheidet sich von Haus zu Haus, auch wenn es durchaus Schnittmengen gibt. Mit einem Schlaganfall etwa ist man in Unna beim Evangelischen Krankenhaus richtig, mit einem Herzinfarkt am Katharinen-Hospital.

In der „falschen“ Notaufnahme zu landen, passiert am ehesten noch Patienten, die sich selbst zum Krankenhaus begeben oder von Angehörigen gebracht werden. Anders liegt der Fall bei Einsätzen von Notarzt und Rettungsdienst. Der Mediziner vor Ort kann zumindest eine Ersteinschätzung treffen, was dem Patienten wohl fehlen könnte. Dementsprechend weist der die Rettungskräfte auch an, in welches Krankenhaus ein Patient gebracht werden sollte. Theoretisch kann sich auch diese Einschätzung als falsch erweisen, weil die Mittel des Arztes vor Ort beschränkt sind. In diesem Fall könnte eine spätere Verlegung fällig sein – und zwar zwischen der zweiten und der dritten Stufe der Notfallbehandlung, wenn der Patient in der Notaufnahme und den angedockten Einrichtungen stabilisiert worden ist. „Wir schicken hier niemanden weg“, beruhigt EK-Chefarzt Dr. Philipp Blanke.

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