Der Macher vom „Kino in Ergste“ sucht eine neue Herausforderung beim Film

dzElias Passavanti

Elf Jahre lang hat Elias Passavanti das Filmprogramm im Gemeindehaus St. Monika geleitet. Es war für den Erzieher ein Job nach dem Job. Jetzt braucht der 25-Jährige Zeit für neue Projekte.

Ergste

, 09.01.2020, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kürzlich wurde er schon in Hollywood gesichtet. Fotos beweisen, wie Elias Passavanti sich vor dem weltbekannten Schriftzug der US-Traumfabrik in Pose wirft. Doch das sind nur Urlaubserinnerungen und nicht der Grund, warum der Macher vom Kino in Ergste sich nach mehr als einem Jahrzehnt von seinem Herzensprojekt zurückzieht.

Er braucht einfach mehr Zeit, um bei einem eigenen Film Regie zu führen. Nach den Sensationserfolgen mit den beiden „Hallöchen aus Ergste“-Folgen plant er mit seinem kongenialen Filmpartner Gunther Gerke einen abendfüllenden Streifen, vermutlich einen Krimi. Gedreht werden soll der ab Sommer in Schwerte.

Als 14-Jähriger war Elias Passavanti zum „Kino in Ergste“ gekommen

„Ich habe Lust, neue Sachen anzugehen“, sagt Elias Passavanti. Mit 25 Jahren ist die Zeit dafür reif. Auch die Bühne lockt, sich als Moderator auszuprobieren. Auf den Geschmack gekommen ist der Ergster, als er das Publikum im Elsebad auf den Auftritt der Schwerter Operettenbühne vorbereitete. Und vor allem, als er durch die Festveranstaltung „Das Kino in Ergste wird 18“ führte.

Der Macher vom „Kino in Ergste“ sucht eine neue Herausforderung beim Film

Die Premiere des selbstgedrehten Films „Hallöchen aus Ergste 2" zählte zu den größten Erfolgen. © Reinhard Schmitz (A)

Mehr als elf Jahre davon hat Elias Passavanti als Leiter seinen Stempel aufgedrückt. Er erinnert sich genau daran, wie er als Jugendlicher eigentlich nur zu einer Vorführung ins Gemeindehaus St. Monika gekommen war, um den Film „Die Welle“ zu sehen. Doch der Ton war nicht ideal.

In der Pause fasste sich der damals 14-Jährige ein Herz, ging zu den Verantwortlichen: „Können Sie nicht ein bisschen mehr Bass reinmachen?“ Und war überrascht, dass die ihn gleich mit zum Mischpult nahmen, um das Problem gemeinsam zu lösen.

Gefragt sind beim Publikum vor allem Komödien

Schon ein Jahr später war Elias Passavanti Chef des Kinos. „Mit sehr großer Leidenschaft“, wie der gelernte Erzieher sagt: „Es hat Spaß gemacht, die Leute zu unterhalten, dass sie glücklich nach Hause gehen.“ Das Kino wurde sein Job nach dem Job.

Sobald er vom Katholischen Kindergarten an der Haselackstraße nach Hause kam, waren unzählige Dinge mit Filmverleihern und der Gema zu regeln. Und natürlich mussten Filme ausgesucht werden, die den Geschmack der Ergster trafen. „Ich habe gelernt, dass die Komödie die Nummer 1 ist“, berichtet er: „Die Leute wollen schöne, familiäre Abende bei uns verbringen.“ Dazu musste auch die Atmosphäre stimmen – samt Bockwürstchen und Popcorn in der Pause.

Elias Passavanti und sein Team konnten das Kino in Ergste, das Erich Pröpper 1998 gegründet hatte, stetig weiterentwickeln. Selbstgedrehte Werbespots wie der legendäre Streifen bei Edeka Patzer kamen ins Vorprogramm. Die Projektionstechnik wurde immer weiter aufgerüstet.

Nicht nur, dass fest installierte Lautsprecher das ständige Auf- und Abbauen mit Kabelsalat erübrigten. Mittlerweile kommen die Filme auf CD, lassen sich von einem Smartphone aus bedienen. Elias Passavanti braucht sich nicht mehr in einer Vorführerkabine abzukapseln, sondern kann mitten im Publikum sitzen.

Zum Abschied wird erstmals der eigene Wunschfilm gezeigt

„Die letzten zwei Jahren waren die erfolgreichsten“, sagt der scheidende Macher. Im Schnitt 100 Besucher wurden bei jeder der sechs Vorstellungen gezählt, die monatlich von Oktober bis April auf dem Programm standen: „Der erfolgreichste Film war ,Ziemlich beste Freunde‘“. Und außer Konkurrenz natürlich „Hallöchen“, dessen beide Teile jeweils fast 1000 Gäste begeisterten.

Ein gut bestelltes Feld für das Kinoteam, das künftig das Projekt allein voranbringen muss. „Die Aufgaben haben sie sich zum Fünft aufgeteilt“, sagt Elias Passavanti, der beim nächsten Filmabend am Freitag, 10. Januar, erstmals wieder „nur“ als Zuschauer dabei ist. Ausgesucht dafür ist zum ersten Mal sein eigener Wunschfilm: das Drama Apollo 13, das 1995 zwei Oscars erhielt.

Beginn ist um 20 Uhr im Gemeindezentrum St. Monika, Am Kleinenberg. Der Eintritt kostet 4 Euro.

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