Der Bürgermeister stellt sich gegen die Gewerkschaft

dzDiskussion über Sonntagsverkauf

08.10.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat gegen die Stadt Bergkamen geklagt, weil sie verkaufsoffene Sonntage grundsätzlich ablehnt. Der arbeitsfreie Sonntag bilde „eine Ruheinsel, in der Menschen ihre Zeit nach ihren Bedürfnissen verbringen können“, argumentiert die Gewerkschaft, die sich mit überwiegend christlichen Organisationen zur „Bundesallianz für den freien Sonntag“ zusammengeschlossen hat. Beim ebenso katholischen wie gewerkschaftsfreundlichen Bürgermeister Roland Schäfer stößt sie damit auf Widerspruch - zumindest, wenn es um die verkaufsoffenen Sonntage geht: „Verdi führt einen Krieg gegen den lokalen Einzelhandel“, sagt Schäfer.

In Zeiten des Online-Handels biete der verkaufsoffene Sonntag für die Einzelhändler „wichtige zusätzliche Umsatzmöglichkeiten“.

Ähnlich argumentiert der Geschäftsführer der in Bergkamen beheimateten Möbel-Kette Poco, Thomas Stolletz, dessen hiesiger Markt sich stets an den Verkaufssonntagen beteiligt. Dann hätten vor allem Familien Zeit, sich die Möbel anzuschauen und zu erwerben, meint: „Manchmal kaufen sie sie dann auch später.“ Aber das bringe auf jeden Fall zusätzlichen Umsatz.

Es gibt auch kleinere Geschäfte in Bergkamen, für die der Verkaufssonntag von Bedeutung ist: Zum Beispiel das Reitsport-Fachgeschäft Hottemax- 4you an der Industriestraße in Rünthe. Laufkundschaft käme dort zwar eher nicht hin, sagt Isabel Brandherm. Aber am Sonntag hätten die Stammkunden Zeit: „Die schreiben wir vor jedem verkaufsoffenen Sonntag an.“

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