Der Bamboehof hat geschlossen - nun entsteht dort etwas ganz Neues

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Vor über 40 Jahren machten Köche aus Hongkong den Schwertern an der Schützenstraße die asiatische Küche schmackhaft. Für die Vermieterfamlie Potthoff war es ein Wagnis, das belohnt wurde.

Schwerte

, 22.11.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nie wieder Peking-Ente, Schluss mit Frühlingsrolle und Glasnudeln. Die Fenster des Bamboehofes am Anfang der Schützenstraße sind mit bunt geblümtem Papier verklebt. Für immer geschlossen ist die Gaststätte, die die Schwerter vor mehr als 40 Jahren auf den Geschmack der asiatischen Küche gebracht hatte. „Der Mietvertrag ist abgelaufen“, sagt Anne Potthoff, die gemeinsam mit ihrem inzwischen gestorbenen Ehemann Wilhelm im Jahre 1976 den Mut gehabt hatte, ihre traditionsreiche Familiengaststätte an die Wong-Familie aus Hongkong zu verpachten.

Der Bamboehof hat geschlossen - nun entsteht dort etwas ganz Neues

Zu Geburtstagsfeiern lud Vermieterin Anne Potthoff (2.v.l.) ihre Gäste gern in den Bamboehof ein. © Foto: Reinhard Schmitz

Aufwendig waren die Umbauarbeiten für das allererste China-Restaurant der Stadt. „Vorn gab es eine neue Fassade“, berichtet Anne Potthoff. Wände fielen, ein neues Treppenhaus musste errichtet werden. Und die Schnapsleitung, aus der jahrzehntelang die Hochprozentigen der Potthoff-Brennerei aus den Fässern im Keller bis zum Zapfhahn an der Theke flossen, wurde überflüssig. Um die Gäste gleich beim Betreten der Gaststube in fernöstliches Flair eintauchen zu lassen, wurde zudem eine Eingangstür in Pagodenform im Bamboehof eingebaut. Bamboe ist übrigen Niederländisch für Bambus.

Essstäbchen bereiteten Kindern eine Mordsgaudi

Das Risiko lohnte sich. Das neue Angebot traf den Geschmack der Schwerter. „Es lief anfangs supergut“, erzählt Anne Potthoff: „Die Leute standen da und warteten, dass ein Tisch frei wurde.“ Damals wohnte sie mit ihrem Ehemann noch über dem Restaurant und setzte sich oft selbst an den Tisch der Wongs: „Dann haben sie erzählt von ihren Sitten und Bräuchen in China.“ Oder man versuchte sich an den Steinen des Mahjong-Spiels. Die Verbindung wurde so freundschaftlich, dass die Potthoffs den Koch sogar zum Mitfeiern am Heiligen Abend zu sich einluden: „Das war eine schöne Zeit.“ Auch Kindergeburtstage feierte die Familie Potthoff unten im Restaurant. Dann war es jedesmal eine Mordsgaudi, wenn die Essstäbchen ausgepackt wurden.

Am beliebtesten waren Entengerichte

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Gäste standen immer die Entengerichte. Aber auch das Büfett mit gebackenem Tintenfisch und gebackenen Champignons und das kleingeschnippelte Gemüse mit Sojasoße waren begehrt. Zuletzt wurde vor ein paar Jahren noch ein ein mongolischer Grill eingebaut, auf dem Gemüse und Fleisch frisch vor den Augen der Besucher gebrutzelt werden konnten.

„Die Betreiber wechselten innerhalb der Familie“, berichtet Anne Potthoff: „Die Alten wollten zurück nach Hongkong.“ Was bleibt, ist die Erinnerung. Denn ein China-Restaurant wird an dem Standort nicht nachfolgen, es bleibt überhaupt keine Gaststätte mehr. Künftig werden dort Haare geschnitten und in perfekte Form gebracht. Friseurmeisterin Katja Hardt will dort mit ihrem „Hairdesign Hardt“ in ein größeres Ladenlokal ziehen. Bislang ist sie um die Ecke unter der Adresse Potthoff 1 zu finden.

Zum 1. Februar eröffnet ein Friseursalon

Nach Feierabend werde jetzt daran gearbeitet, ihren neuen Salon zu gestalten, berichtet Katja Hardt. Es müssten beispielsweise Durchbrüche in Wände gestemmt werden, um mehr Licht in die Räume zu bringen. Die Neueröffnung sei dann zum 1. Februar 2019 geplant – auf den Tag genau 13 Jahre, nachdem Katja Hardt den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatte.

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