Den Planenschlitzern auf der Spur: Prozess in Düsseldorf

Sie schneiden Lastwagenplanen auf und stehlen teure Ladung - der Schaden geht in die Millionen. Nun muss sich eine Bande solcher mutmaßlicher Planenschlitzer vor Gericht verantworten.

13.10.2019, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Den Planenschlitzern auf der Spur: Prozess in Düsseldorf

Der Schriftzug „Landgericht Düsseldorf“ hängt an der Fassade des Gerichtsgebäudes. Foto: Marcel Kusch/dpa

Durch das Plündern von Lastwagen am Rand von Autobahnen entstehen nach Schätzungen jährlich bundesweit dreistellige Millionenschäden. Nun haben Ermittler eine mutmaßliche Bande sogenannter Planenschlitzer vor Gericht gebracht. Von diesem Dienstag an müssen sich neun Angeklagte im Alter von 19 bis 38 Jahren vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Ihnen wird schwerer Raub vorgeworfen. Das Gericht hat für den Fall bis Mitte Februar kommenden Jahres 37 Verhandlungstage angesetzt.

Die Angeklagten sollen laut Anklage unter wechselnder Tatbeteiligung auf Rast- und Autobahnparkplätzen abgestellte Anhänger von Lastwagen aufgeschnitten und die Güter gestohlen haben. So hätten sie an der A57 in Dormagen 42 Sattelschlepper aufgeschnitten, aber nur zwei LED-Lampen gestohlen.

Auf einem Autobahnrastplatz im niederrheinischen Wachtendonk an der A 40 hätten sie zehn Paletten Babynahrung im Wert von 75 000 Euro gestohlen. Außerdem 20 000 Dosen Spirituosen mit Wert von 62 400 Euro. Außerdem sollen sie Zinn im Wert von 170 000 Euro gestohlen haben.

Profi-Banden haben sich seit einigen Jahren in Deutschland darauf spezialisiert, Lastwagen zu plündern. Der jährliche Schaden war von der Versicherungswirtschaft auf rund 300 Millionen Euro beziffert worden. Die häufigste Vorgehensweise ist das Planenschlitzen. Die Diebe zerschneiden die Lkw-Plane, um einen Blick auf die Fracht zu werfen und ihren Wert abzuschätzen.

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