Tausende bei Demos für Schiffbrüchige

Mehr als 5000 Menschen haben nach Angaben der Organisation Seebrücke am Samstag in 13 Städten in NRW für die Rechte von Schiffbrüchigen und Geflüchteten demonstriert. Zudem riefen sie den Notstand der Menschlichkeit aus. Die größten Protestzüge gab es demnach in Bonn, Köln und Münster. Die Polizei sprach von 540 Teilnehmern. Alles sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher.

06.07.2019, 06:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Bonn ließen die Teilnehmer von einer Rheinbrücke aus Blumen ins Wasser fallen, um der Toten im Mittelmeer zu gedenken. Zudem werde in der Innenstadt eine blaue Plane ausgelegt mit Papierbooten, die Seenot im Mittelmeer symbolisieren sollten, sagte eine Sprecherin der Seebrücke. 700 Menschen waren demnach in Bonn zusammen gekommen.

In Köln kamen nach Veranstalterangaben 500 Leute zusammen. In der Innenstadt seien Plakate gezeigt worden, auf denen die Namen der Mittelmeertoten laufend aktualisiert eingetragen wurden, wie eine Sprecherin der Seebrücke berichtete. In Münster nannte ein Sprecher des Veranstalters am Mittag rund 800 Teilnehmer. Der Protest richtete sich auch gegen die zeitweise Inhaftierung der Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“, Carola Rackete. Sie hatte mit Schiffbrüchigen an Bord ohne Erlaubnis der italienischen Regierung den Hafen von Lampedusa angesteuert. Inzwischen kam sie wieder frei.

Die „Seebrücke“ ist nach eigenen Angaben eine Bewegung, die von Bündnissen und Akteuren der Zivilgesellschaft getragen wird. Zu den Unterstützern gehören demnach auch Ärzte, Flüchtlingshelfer und Friedensaktivisten.

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