Defekte Bohrmaschinen online verkauft: Ehepaar musste sich vor Gericht verantworten

Amtsgericht Lünen

Ein Mann verkaufte übers Internet gebrauchte Bohrmaschinen. Allerdings handelte es sich dabei um Diebesgut. Außerdem lief die Firma auf den Namen seiner Frau - die nichts davon wusste.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 24.11.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Defekte Bohrmaschinen online verkauft: Ehepaar musste sich vor Gericht verantworten

Ein Ehepaar hat über seine Lüner Firma mit gestohlenen Bohrmaschinen gehandelt. © dpa

Wegen des Vorwurfs der Hehlerei musste sich am Mittwoch ein Ehepaar (50 und 47) vor dem Amtsgericht verantworten. Ihre Firma mit Sitz in Lünen vertreibt über ein Internetportal gebrauchte Bohrmaschinen.

Zwischen 2017 und 2018 kauften sie mehrfach bei einem Händler aus Kassel, der wiederum versichert habe, dass die Ware legal sei. Er habe die Maschinen gereinigt und die Anschlusskabel ersetzt. Defekte Ware habe der Händler auch zurückgenommen - das habe Vertrauen geschaffen, erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Die Firma läuft auf den Namen der Frau, die aber von all dem nichts mitbekommen hatte. Auf der Anklagebank brach sie in Tränen aus. Aufgeflogen war die Sache, nachdem ein Käufer drei defekte Maschinen zu einer Vertragswerkstatt gebracht hatte. Die stellte fest, dass es sich um gestohlene Maschinen handelte. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf 25.000 Euro.

Tatsächlich handelte es sich bei der Ware um Rückläufer aus Leasingverträgen. Nach Vertragsablauf würden die Geräte zurückgenommen und in riesigen Containern bis zu ihrer Entsorgung gelagert, wie der Mitarbeiter einer Leasingfirma erläuterte. Buchhalterisch hätten sie keinen Wert mehr.

Das Verfahren gegen die Ehefrau wurde sofort eingestellt, das Verfahren gegen den Ehemann gegen eine Zahlung von 1500 Euro an einen karitative Einrichtung.

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