Daten-Skandal: Privat-Adressen von Promis wie Elton John veröffentlicht

Großbritannien

Die Adressen von 1000 Prominenten wurden versehentlich im Netz veröffentlicht, darunter auch die von Sänger Elton John. Sie standen auf einer internen Liste für Ehrungen durch die Queen.

Hannover

30.12.2019, 12:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Daten-Skandal: Privat-Adressen von Promis wie Elton John veröffentlicht

Auch Elton Johns Adresse soll auf der im Internet zugänglichen Liste gestanden haben. © Matt Crossick/dpa

In Großbritannien ist es zu einem Daten-Skandal gekommen. Queen Elizabeth II. (93) ehrt zweimal jährlich Prominente und Menschen, die besondere Leistungen erbracht haben, mit einem Orden des Königshauses.

Diese Adressen waren im Netz

1097 Briten dürfen sich seit Freitag mit solch einem Orden schmücken. Und in der Nacht von Freitag auf Samstag waren plötzlich sowohl die privaten als auch die Arbeitsadressen dieser 1097 Personen im Internet auf einer Website der Regierung öffentlich abrufbar, wie unter anderem der „Guardian“ berichtet.

Es handele sich dabei nicht um Adressen von irgendwelchen Unbekannten: Betroffen sein sollen dem Bericht zufolge Stars wie Elton John (72), Regisseur Sam Mendes (54, „James Bond 007: Skyfall“), Musikerin Olivia Newton-John (71) und „Queen“-Gründungsmitglied Roger Taylor (70). Deren Daten seien für die Ehrung für ein internes Dokument erfasst worden, doch die Liste sei nun im Internet gelandet. Dem „Guardian“ zufolge hatte ein Leser, nachdem er die Liste mit den Adressen von der Regierungswebsite heruntergeladen hatte, Bescheid gegeben.

Unklar, wie es zu der Panne kommen konnte

Wie es zu der Panne kommen konnte, ist noch unklar. Laut „Guardian“ wurde die Liste noch in der Amtszeit von Premierministerin Theresa May (63) – also vor Juli 2019 – erstellt und genehmigt. An der Veröffentlichung sind demnach Beamte des britischen Cabinet Office schuld, die die Regierung bei der Arbeit unterstützen sollen.

Erreicht haben sie das Gegenteil, die veröffentlichten Daten wurden zwar am Samstagmorgen wieder aus dem Internet gelöscht, doch das wird bereits genug Schaden angerichtet haben. „Diese sensiblen Daten werden sich wie ein Virus verbreiten“, sagt Rechtsanwalt Ravi Naik dem „Guardian“. Es müsse herausgefunden werden, wie häufig die Liste in der Zeit, als sie online war, heruntergeladen wurde.

Der Labour-Politiker Jon Trickett (69) wird von der Zeitung folgendermaßen zitiert: „Wenn die Regierung nicht in der Lage ist, sensible Daten geheim zu halten, wie kann sie dann erwarten, dass wir glauben, dass sie die großen Probleme des Landes lösen kann? Dieses Maß an Inkompetenz ist inakzeptabel.“

Entschuldigung vom Cabinet Office

Das Cabinet Office entschuldigte sich derweil laut „Guardian“ bei den Betroffenen und kündigte eine interne Untersuchung an. Auch die unabhängige Datenschutzbehörde Information Commisioner’s Office (ICO) sei eingeschaltet worden, hieß es.

RND/hsc

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen