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Die Grillsaison ist in vollem Gange. In Werne sorgt ein Automat rund um die Uhr für Nachschub. Doch was kommt auf das Rost und womit wird gegrillt? Wir haben sechs Grilltrends herausgepickt.

Werne

, 26.07.2018 / Lesedauer: 4 min

Temperaturen von mehr als 35 Grad sind dieser Tage möglich. Lust, auf dem heimischen Herd in der stickigen Küche zu brutzeln, haben da wohl die Wenigsten. Also wird der Korb gepackt und dann geht es raus an den Grill. Aber wie haben sich die Vorlieben in den vergangenen Jahren verändert? Das sind die Grilltrends 2018 in Werne:

1. Rindersteaks statt Schweinebauch!

Kerstin Rose-Nagel ist Fleischermeisterin bei Mecke. Sie bestätigt, dass sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert hat. „Früher wurden meist Bratwürste, Nackensteaks und Bauchfleisch gekauft.“ Der klassische Einkaufskorb fürs Grillen enthielt also überwiegend Schweinefleisch. Damit geben sich mittlerweile aber die wenigsten zufrieden.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Saftig und lecker: ein Rindersteak vom Grill. © picture alliance / dpa

„Heute geht der Trend zu Rindersteaks wie T-Bone oder Porterhouse“, so Rose-Nagel. Ralf Jörrihsen, Fleischermeister aus Hamm mit einer Filiale in Stockum, kann das bestätigen. „Rindfleisch, egal ob Steaks oder Koteletts, ist gerade sehr gefragt.“ Laut Rewe-Betreiber Christian Symalla sind US-Beef oder argentinisches Rindfleisch besonders beliebt. „Jüngere Leute, so Rose-Nagel, würden sich auch vermehrt Patties (damals nannte man sie Frikadellen) bestellen, um sich ihre Burger selbst zu machen.

2. Der moderne Griller setzt auf Gas!

Nicht nur was das Essen angeht, sind Veränderungen ersichtlich. „Immer mehr Leute haben einen Gas-Grill, wo man die Temperatur besser kontrollieren kann“, sagt Ralf Jörrihsen.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Gas-Grills werden immer beliebter. © picture-alliance/ dpa

Mit seinem Team war er bereits Dritter bei den Deutschen Grillmeisterschaften. Er bietet einen Grill, der 800 Grad heiß wird, zum Verleih an. „Wenn man darauf ein Steak grillt, karamelisiert das Fleisch und man erhält einen fantastischen Geschmack.“ Dennoch sagt der selbsternannte „Grillfreak“ auch: „Die klassische Rostbratwurst wird auf Holzkohle immer noch am Schönsten!“

3. Dessert vom Rost? Ist möglich!

Selbst das Dessert kommt in der heutigen Zeit vom Grill. „Bei Overmann habe ich mir extra feste Pfirsiche besorgt“, so Jörrihsen. Dazu gibt es dann Nutella und Vanille-Eis. Unmöglich scheint beim Grillvergnügen nichts mehr.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Pfirsiche, Ananas oder Bananen - Obst vom Grill ist ein guter Baustein für ein schmackhaftes Dessert. © picture alliance / dpa-tmn

Grundsätzlich kann der Grill als Hitzequelle auch für Crepes oder Pfannkuchen verwendet werden. Damit man den Teig nicht direkt in die Glut gießt, kommt man da aber wohl nicht um die Pfanne oder eine Grillmatte herum.

4. Fleisch aus dem Automaten - 24 Stunden!

Mit einer Besonderheit kann die Fleischerei Mecke aufwarten. Seit Juni 2016 gibt es einen Automaten, an dem man 24 Stunden täglich Wurst und Steaks ziehen kann. Etwa 25 Sorten stehen zur Auswahl. Die Gefahr, vor einem leeren Automaten zu stehen, besteht nicht. Eine App signalisiert, ob er aufgefüllt werden muss. Neben Schwein, Rind und Geflügel ist der Automat übrigens auch mit etwas bestückt, mit dem mancher fremdeln würde: Pferdefleisch.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Funktioniert wie ein klassischer Getränkeautomat, nur bei Mecke zieht man sich keine Cola, sondern Pferdewurst und andere Grillwaren. © David Reininghaus

Bedingt durch erhöhten Personalbedarf sowie Kosten für die Vakuumierung und Kühlung der Produkte liegen die Kosten für das Grillgut etwas höher als im Laden. Fünf Bratwürste kosten 5,50 Euro, statt etwa 4,50 Euro. Wer also nachts um drei noch den Grill befeuern möchte, hat kein Problem, sich Fleisch zu besorgen. Er hat höchstens eins mit den Nachbarn.

5. Qualität vor Quantität!

Die Beobachtung, dass die Menschen sich mehr für das, was sie zu sich nehmen, mehr interessieren als noch vor einem Jahrzehnt, hat auch Rose-Nagel gemacht: „Die Leute werden anspruchsvoller und legen Wert auf Qualität. Sie fragen deshalb definitiv mehr als noch vor zehn Jahren.“ Grillen werde „mehr zelebriert, als noch vor einigen Jahren“.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Mehr noch als vor einigen Jahren interessieren sich die Hobby-Griller auch für die Herkunft von Steak und Co. © picture alliance / dpa

Christian Symalla vom örtlichen Rewe hat ebenfalls diesen Eindruck: „Die Leute kaufen oft teure Grills, da wollen sie dann auch etwas Hochwertiges drauflegen. Die 50-Cent-Wurst passt da nicht ins Bild.“

6. Schwein geht noch, als „pulled pork“!

Pulled Pork ist im Trend. Dort wird Schweinenacken oder eine Schweineschulte auf Niedrigtemperatur (siehe Rezept) auf einem Grill mit Deckel oder – noch professioneller – in einem Smoker stundenlang gegart.

Das sind die Grilltrends des Jahres in Werne

Etwas zeitintensiver ist die Herstellung von Pulled Pork. © picture alliance / dpa

„Das Fleisch wird dann superzart“, so Rose-Nagel. „Die Oma würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil der ganze Braten auseinanderfällt“, scherzt Jörrihsen. Wir stellen also fest: Schwein geht immer noch, nur in einer neuen, hipperen Variante. Es gibt bereits eine Weiterentwicklung. „Wenn die Leute Kassler ohne Knochen haben wollen und ein ungewöhnlich großes Stück, dann wird daraus meist Pulled Kassler gemacht“, erklärt Symalla.

Pulled Pork leicht gemacht (Anleitung von Fleischermeister Ralf Jörrihsen): - Spritzen Sie Apfelsaft mit einer 10-prozentigen Kochsalzlake in ein Stück Schweinenacken - Würzen Sie das Stück mit Pfeffer und Paparika von außen und umlegen Sie es mit Zwiebeln - Lassen Sie das Fleisch eine Nacht in einer Schale mit Apfelsaft ziehen - Legen Sie das Fleisch in eine Kasserolle und packen diese auf den Grill - Garen Sie das Fleisch etwa 12 Stunden bei einer Temperatur zwischen 90 und 120 Grad