Das müssen Tierfreunde beachten, damit sie nicht wegen Vogelfutter vor Gericht kommen

Hanf im Garten

Es ist weder verboten noch schwierig, Hanfsamen zu kaufen. Sie sind ein beliebtes Gartenvogelfutter. Wer damit Fink, Meise und Co. eine Freude machen möchte, sollte aber sicherheitshalber etwas beachten.

von Jana Peuckert

19.08.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das müssen Tierfreunde beachten, damit sie nicht wegen Vogelfutter vor Gericht kommen

Als handelsübliches Vogelfutter werden verschiedene Arten von Samen verwendet, darunter auch Hanf. © picture alliance / dpa

Tatsächlich kommt in Vogelfutter Hanf vor. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den berauschenden Stoff, sondern um sogenannten Nutz- oder Industriehanf. Dieser enthält entweder gar keinen oder nur einen verschwindend geringen Anteil an Rauschmittel. Vor Gericht hat ein Mann Ärger bekommen, wegen, wie er erklärte, Samen aus Vogelfutter. Aber wie kann es sein, dass legal erworbene Samen jemanden vor Gericht bringen können?

Strafe nur für Vorsatz

Die Erklärung dazu liefern verschiedene Rechtsnormen. So besagt § 29 Abs. 1 des Betäubungsmittelgesetzes, dass mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer Betäubungsmittel unerlaubt anbaut. In den Erläuterungen der Norm heißt es: Anbau ist jede Handlung, die mit gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Mitteln pflanzliches Wachstum erzielt. Der Anbau umfasst das Einbringen des Samens in die Erde und die Aufzucht bis zum Ansetzen der Ernte. All das muss vorsätzlich, also wissentlich, passieren.

Anbau nicht ohne Genehmigung

Wie verhält es sich nun aber bei dem rauschfreien Nutzhanf? Laut Internetauftritt des Deutschen Hanfverbands ist der Anbau von Nutzhanf seit 1996 den Unternehmen der Landwirtschaft erlaubt. Dafür bedarf es aber einer Genehmigung. Der Anbau zu wissenschaftlichen Zwecken ist nur nach Genehmigung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erlaubt.

Das müssen Tierfreunde beachten, damit sie nicht wegen Vogelfutter vor Gericht kommen

Der Hanf-Anbau für landwirtschaftliche oder medizinische Zwecke ist nur mit Genehmigung erlaubt. © picture alliance / ABIR SULTAN/d

Pflanzen dürfen nicht gepflegt werden

Zusammenfassend ist zu sagen: Wem zu Hause Hanfsamen aus dem Vogelhäuschen fallen, die sich im Garten verteilen und Hanfpflanzen hervorbringen, der macht sich erst in dem Moment strafbar, wenn er beginnt, die Pflänzchen gezielt zu hegen und zu pflegen.

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