Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen zur Sakristei

Bauausschuss nicht zuständig

Auch wenn der Bau- und Planungsausschuss sich am Dienstagabend für nicht zuständig erklärte: Das Thema St. Christophorus Sakristei bleibt auf der Tagesordnung. Spätestens am 4. Dezember.

Werne

, 10.10.2018, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen zur Sakristei

Das Streitobjekt aus der Vogelperspektive: die moderne Sakristei der historischen Christophorus-Kirche in Werne. © aerometrics

Denn an diesem Tag will der Bauausschuss vor seiner nächsten Sitzung die Einladung zur Besichtigung der rund 20 Jahre alten und sanierungsbedürftigen Sakristei annehmen.

Pfarrdechant Schäfer lädt Politik zum Ortstermin

Im Zuge der aktuellen Debatte über die Denkmalwürdigkeit des rund 20 Jahre alten und sanierungsbedürftigen Gebäudes hat Pfarrdechant Jürgen Schäfer die Ortspolitiker eingeladen. Ausschussvorsitzender Michael Zurhorst: „Wir sollten uns das auf jeden Fall angucken.“

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen zur Sakristei

Aufgrund eines Bürgerantrages zum Denkmalschutz der Sakristei flammte die Debatte um den umstrittenen Bau aus dem Jahre 1999 wieder auf. © Jörg Heckenkamp

Zuvor hatte sich der Ausschuss in der Frage der Denkmalwürdigkeit aufgrund eines Bürgerantrages (wir berichteten) für nicht zuständig erklärt. Michael Zurhorst: „Nur der Besitzer eines Gebäudes oder die Denkmalbehörde kann eine Denkmalwürdigkeit beantragen. Wir können darüber nicht beschließen.“

Keine Debatte, sondern Verweis nach Münster

Zurhorst war sichtlich bemüht, eine inhaltliche Debatte in der Sitzung am Dienstagabend, 9. Oktober, zu vermeiden. Er schob die Angelegenheit Richtung Münster, zum Denkmalamt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Zurhorst: „Die sollen mal sagen, was zu tun ist.“

Planungsdezernent Ralf Bülte sagte daraufhin, dass die Stadt nach Eingang des Bürgerantrages die Obere Denkmalbehörde bereits informiert habe: „Bisher haben wir noch keine Antwort erhalten.“

Bürgerantrag zur Sakristei

Gegenüber diesem Medium hatte sich allerdings der Sprecher der Behörde, Markus Fischer, eindeutig geäußert. Mit ihren 20 Jahren sei die umstrittene Sakristei einfach noch nicht alt genug. Die jüngsten Gebäude, die in den Fokus der Denkmalschützer rückten, stammten aus 1990. Denn erst mit einem zeitlichen Abstand könne man den Wert eines solchen Gebäudes richtig einschätzen.

Denkmalbehörde hält Sakristei für schutzwürdig

Dennoch äußerte sich Fischer auch inhaltlich zur Schutzwürdigkeit: „Wir finden die Sakristei hochinteressant.“ Man sollte sie schützen und unverändert lassen.

Ob das so kommt, ist ungewiss. Gewiss ist nur, dass der Glas-Stahl-Bau bereits nach 20 Jahren sanierungsbedürftig ist. Einerseits könnte es bei einer aufwendigen Sanierung nötig sein, das Äußere zu verändern. Oder, das ist ein anderer Gedanke: Man reißt den ungeliebten Bau einfach ab.

Kommentar von Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp Die Sakristei der Christophorus-Kirche ist ein heikler Fall, der die Gemüter bewegt. Insofern ist es etwas feige vom Bauausschuss, sich auf Formaljuristerei zurückzuziehen und das Thema nach Münster weiterzureichen. Möglicherweise ist das ein Eigentor. Denn der Pressesprecher deutete den Medien gegenüber die Schutzwürdigkeit an. Schlägt die offizielle Antwort der Oberen Denkmalbehörde an die Stadt in die dieselbe Kerbe, kommen Politik und Kirchengemeinde in einen Konflikt, falls sie das Pendel Richtung Abriss schwingen lassen. Denn was macht es für einen Eindruck, einen aktenkundig erhaltenswerten Bau zu zerstören, nur weil er ein paar Jahre zu jung für den offiziellen Denkmalschutz ist?
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