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Das letzte Stündlein fürs Werner Hallenbad hat geschlagen

Hallenbad

Nach 43 Jahren zieht Bad-Leiter Jürgen Thöne symbolisch den Stöpsel des Hallenbads. Bis zur Eröffnung des Solebads im Frühjahr 2019 müssen Schulen und Vereine auf Alternativen ausweichen.

Werne

, 09.07.2018
Das letzte Stündlein fürs Werner Hallenbad hat geschlagen

Barbara Klipp (l.), Meisterin für Bäderbetrieb, und Bad-Leiter Jürgen Thöne ziehen symbolisch den Stöpsel im alten Hallenbad. © David Reininghaus

Seit mehr als einem Jahr wird am neuen Solebad gebaut. Im Schatten des Neubaus trainierten und schwammen bis zuletzt Schulklassen und Vereine im Hallenbad. Doch damit ist jetzt Schluss. Mit dem symbolischen Stöpsel-Ziehen markierte Bad-Leiter Jürgen Thöne am Montag, 9. Juli 2018, den Beginn einer Übergangsphase.

Ausweichorte gesucht

Bis zur anvisierten Eröffnung des Solebads im Frühjahr 2019 müssen Schüler und Sportler auf andere Becken ausweichen. Die Schulklassen erhalten vermehrt Zeiten im Lehrschwimmbecken in Stockum, die Wasserfreunde weichen Thöne zufolge nach Lünen aus. Den Tauchern der Wasserfreunde war am Sonntag die letzte Einheit im alten Hallenbad vorbehalten.

„Es waren ja alle Parteien frühzeitig über den Übergang informiert“, so Thöne, der bestätigt, dass der Bau des neuen Bades „voll im Zeitplan“ liegt. Den Bad-Bau habe man extra ein wenig versetzt, um den Hallenbad-Betrieb möglichst lang zu gewährleisten. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, einen Schlussstrich beziehungsweise den Stöpsel zu ziehen.

Stellplätze für Fahrräder

„Wenn das Solebad fertig ist, sollen die Gäste nicht auf einer Baustelle ankommen“, stellt Thöne klar, dass alles pünktlich fertig werden soll. Der erste Eindruck sei das Wichtigste. Dort, wo noch das Hallenbad steht, ist der Eingangsbereich mit Stellplätzen für Fahrräder geplant.

Jetzt rücken die Entkernung und der Abriss der vor 43 Jahren eröffneten Sportstätte näher. Den Zuschlag bei der Ausschreibung erhielt die Firma Linkamp aus Anröchte, die auf Abrissarbeiten spezialisiert ist. Nächsten Montag nimmt sie ihre Arbeit auf. „Es wird hier aber nicht am ersten Tag die Abrissbirne baumeln“, so Thöne. Vielmehr werde allein die Entkernung Wochen dauern.

800.000 Euro kalkuliert

Ende Oktober, so das Ziel, soll der komplette Abriss abgeschlossen sein. Rund 800.000 Euro sind dafür laut Frank Gründken, Betriebsleiter des Bäderbertriebs der Stadt Werne, einkalkuliert.

Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Das Becken muss „medienfrei“ zurückgebaut werden. Dass beinhaltet den Rückbau von Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Pumpen, die Rinnenabdeckung und auch die Edelstahltreppen aus dem Becken werden sauber ausgebaut und finden im neuen Bad Verwendung. Filter müssen gespült und am Ende das Becken geleert werden.

„Lebenszyklus überschritten“

Bei 8, 5 Millionen Euro lag laut Bad-Leiter Jürgen Thöne der Sanierungsbedarf des Hallenbads. Dies war durch ein Gutachten vor dem Solebad-Neubau ermittelt werden. Der Abrisss ist also eine logische Konsequenz. „Der Lebenszyklus des Bads ist deutlich überschritten“, sagt Thöne. „Den Kundenbereich haben wir natürlich nicht verkommen lassen“, erklärt er, warum das Bad von außen noch einen durchaus akzeptablen Eindruck macht.

Im Innenbereich sähe das Ganze anders aus. Bei einer Führung durch die Technik-Anlagen unterhalb der Becken wird der Sanierungsbedarf deutlich. Der Beton bröckelt, durch die Feuchtigkeit in den Wänden riecht es muffig. Hier werden die Jahre sichtbar, die das Hallenbad auf dem Buckel hat.

Bestialischer Gestank

Als Barbara Kipp, als Meisterin für den Bäderbetrieb am Montagmittag mit der Entleerung des Beckens beginnt, stinkt es unten bestialisch. Rund zweieinhalb Tage wird es dauern, bis das große Becken geleert ist. Das kleine Solebecken ist bereits leer.

„Der Abriss ist ein weiterer Meilenstein hin zum neuen Solebad“, freut sich Thöne. Dafür müssen alte Bauten manchmal weichen. Trotz großer Geschichte.