Das ist die Doppel-Strategie von Dr. Tappe (38) gegen den Fachkräftemangel

dzKieferorthopädie

Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur zahlreiche handwerkliche Berufe. Sondern auch die Kieferorthopädische Praxis von Dr. Jan-Hendrik Tappe. Dagegen fährt er jetzt eine Doppelstrategie.

Werne

, 27.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Jan-Hendrik Tappe hat im Oktober 2018 seine Kieferorthopädie-Praxis im ehemaligen Gebäude von AB Elektronik an der Klöcknerstraße 4 eröffnet. „Ich bin mit drei Mitarbeiterinnen angefangen. Jetzt habe ich schon sieben Angestellte.“

Praxis wächst, Fachkräfte sind gesucht

Und das Wachstum seiner Praxis setzt sich fort. Immer aufwendiger dagegen: die Jagd nach Fachkräften. Tappe sucht zahnmedizinische Fachkräfte, die auf Kieferorthopädie spezialisiert sind. Aber der Markt ist wie leergefegt. „Im vergangenen Monat haben wir eine Mitarbeiterin ohne solche Vorkenntnisse eingestellt und lernen sie derzeit bei uns an.“

Das ist die Doppel-Strategie von Dr. Tappe (38) gegen den Fachkräftemangel

Vanessa Helmich zeigt zwei besonders gestaltete Zahnspangen, um sie für Kinder attraktiver zu machen. © Jörg Heckenkamp

Da die Lage am Arbeitsmarkt sich auf absehbare Zeit kaum entspannen dürfte, geht der gebürtige Werner nun neue Wege. „Ich habe mir gedacht, dass ich einen Ausbildungsplatz anbieten könnte.“ Gesagt, getan.

Auf die Ausschreibung trudelten insgesamt 15 Bewerbungen ein. Davon kam die Hälfte überhaupt nicht infrage. „Wir haben uns dann sieben oder acht Bewerberinnen persönlich angeschaut“, erzählt der 38-Jährige.

Das ist die Doppel-Strategie von Dr. Tappe (38) gegen den Fachkräftemangel

Stephanie Wunsch bereitet einen Abdruck für eine Zahnspange vor. © Jörg Heckenkamp

Übriggeblieben sind zwei Kandidatinnen: Vanessa Helmich (20) und Stephanie Wunsch (22). Beide machten auf Tappe einen hervorragenden Eindruck. Aber er hatte nur eine Lehrstelle zu vergeben. Wem also absagen?

„Ich habe mich dann kurzfristig entschlossen, zwei Azubi-Plätze zu schaffen“, erzählt er. Gesagt, getan. Da das Ausbildungsjahr in der Praxis an der Klöcknerstraße mit Urlaub startete, nahmen die beiden Neuen am Montag, 19. August 2019, ihren Dienst auf.

Das ist die Doppel-Strategie von Dr. Tappe (38) gegen den Fachkräftemangel

Dr. Jens-Hendrik Tappe (38) hat gleich zwei Auszubildende eingestellt: Vanessa Helmich (l., 20) und Stephanie Wunsch (22). © Jörg Heckenkamp

Und nach dieser einen Woche sagen beiden wie aus einem Munde: „Wir fühlen uns hier sehr wohl.“ Genau das ist es, was Tappe erreichen will. Ein Wohl- und Wir-Gefühl seines Teams: „Es sind nicht meine Angestellten, sondern Mit-Arbeiterinnen“, sagt Tappe und erklärt, was er damit meint: „Jede Woche findet eine Team-Besprechung statt, in der sich jeder mit einbringen kann.“

Ausbildung zur Bürokauffrau abgebrochen

Vanessa Helmich stammt aus Bergkamen, hat Abitur und danach eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement angefangen. „Das hat mir aber nicht gefallen und ich habe abgebrochen.“ Bei der Neuorientierung half eine Freundin, die die Ausbildung bei einem Kieferorthopäden gemacht hatte. „Sie hat mir dazu geraten“, sagt die 20-Jährige.

Ausbildungs-Erfahrung bei einem Zahnarzt

Auch Stephanie Wunsch hat bereits Ausbildungs-Erfahrung, und zwar „artverwandt“. „Ich war bei einem Zahnarzt, aber das hat mir nicht gefallen.“ Wunsch legte danach ein Freiwilliges Soziales Jahr ein und wurde schließlich auf die Ausschreibung von Jan-Hendrik Tappe aufmerksam.

Der Unterschied zum Zahnarzt? „Hier macht man viel mehr selbst, beim Zahnarzt reicht man nur an.“

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Unterschied Zahnarzt - Kieferorthopäde
  • Der Zahnarzt sorgt sich generell um die Gesundheit der Zähne, er repariert oder zieht sie, sorgt für Zahnersatz etc.
  • Der Kieferorthopäde korrigiert Fehlstellungen von Kiefer oder Zähnen, zumeist durch verschiedene Arten von Spangen oder Schienen.
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