Das ist der „Synodale Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland

dzHintergrund

Details sind noch offen. Bringt der „Synodale Weg“ am Ende aber, was sich Prediger und Laien davon versprechen, dürfte er die katholische Kirche grundlegend reformieren.

Kreis Unna

, 07.08.2019, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung in Lingen hat die Deutsche Bischofskonferenz im März 2019 den sogenannten „Synodalen Weg“ beschlossen. Gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sollen binnen der nächsten zwei Jahre mögliche Reformen als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diskutiert und auf den Weg gebracht werden. Auf Basis der Ergebnisse der sogenannten MHG-Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat die Bischofskonferenz zunächst drei Themenfelder für die Diskussion gesetzt, die auf Bestreben des Zentralkomitees der deutschen Katholiken später um ein viertes ergänzt wurden:

  • Macht, Partizipation und Gewaltenteilung
  • Sexualmoral
  • Priesterliche Lebensform
  • Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche

In paritätisch besetzten Foren werden die Themenfelder nun vorbereitet. Vertreten sind Kleriker und Laien. Die Auswahl erfolgte durch die Deutsche Bischofskonferenz beziehungsweise das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. „Dabei ging es vor allem um Fachkompetenz“, so ein Sprecher der Bischofskonferenz auf Nachfrage dieser Redaktion.

Die Leitung aller Foren oblag zunächst allein Bischöfen, laut der Unnaer Gemeindereferentin Michaela Labudda, die Mitglied des Forums Priesterliche Lebensform ist, hat die Bischofskonferenz nachträglich „Co-Leitungen“ zugestanden und mitgetragen. Ohnehin werden die Foren insbesondere in der Vorbereitungsphase keine Abschlusserklärungen oder Abstimmungen treffen, wie der Sprecher der Bischofskonferenz betont.

Offizieller Auftakt voraussichtlich am Ersten Advent

Voraussichtlich Ende September soll ein Statut vorgelegt werden, dass die Rahmenbedingungen für den Synodalen Weg absteckt – insbesondere zu der Frage, ob am Ende des „Synodalen Wegs“ eine verbindliche Reformagenda steht. „Wir wissen heute noch nicht, was am Ende herauskommt“, so der Sprecher. „Daher ist es zu früh zu sagen, wie mit Ergebnissen umgegangen wird, welche Ergebnisse in Deutschland umgesetzt werden können und welche nach Rom zu tragen sind.“ Labudda jedenfalls erhofft sich eine breit angelegte Debatte auch unter Einbeziehung externer Experten. „Es wird ein Miteinander und Zueinander größerer und kleinerer Gesprächsrunden geben, vermutlich auch Expertenhearings – das wäre für mich jedenfalls eine logische Form, diesen Weg zu beschreiten.“ Nach jetziger Planung soll der „Synodale Weg“ offiziell am Ersten Advent beginnen.

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