Das ist Kunst und kommt weg: Darum haben die Selmer Stadtwerke die karierte Stele entfernt

Kreisstraße

Fast vier Meter hoch ist das blaukarierte Kunstwerk, das seit 16 Jahren die Straßenecke Kreisstraße/Brückenstraße geschmückt hat. Damit ist jetzt Schluss - zumindest vorerst.

Selm

, 15.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist Kunst und kommt weg: Darum haben die Selmer Stadtwerke die karierte Stele entfernt

Die blaue Stele an der Ecke Kreisstraße/Brückenstraße hängt am Haken. © Sylvia vom Hofe

Die drei Mitarbeiter der Stadtwerke haben am Donnerstag (12. September) etwas Mühe, die Stele aus dem Fundament zu lösen. Nach mehr als 16 Jahren waren Metall, Rost und Dreck eine so feste Verbindung mit der Straßenecke eingegangen, dass alles Ruckeln kaum hilft. Schließlich baumelt der Pfeiler aber doch am Kran.

Die Stadtwerke-Mitarbeiter verladen das blau karierte Werk auf der Ladefläche und bringen es weg - aber nicht auf Nimmerwiedersehen. „Das wird überarbeitet“, sagt einer der Arbeiter. Bernhard Wulfert weiß mehr.

Kondenswasser kann nicht leicht verdampfen

In seinem Malerbetrieb an der Gutenbergstraße in Bork liegt jetzt die vier Meter lange Stele: ein echter Sanierungsfall. Vor allem von innen sei das Kunstwerk sehr angegriffen. Kein Wunder: Die Stele ist hohl, aber rundum geschlossen. Kondenswasser kann nicht leicht verdampfen. Nicht das einzige Problem.

Nicht nur der Zahn der Zeit hat genagt. Aufkleber und Schmierereien haben dem bemalten Metallkörper auch zugesetzt. Bernhard Wulfert kennt das schon von den fünf anderen Stelen, die bereits in seiner Werkstatt waren.

Elf sind es insgesamt. Schülerinnen und Schüler eines Kunst-Leistungskurses des Städtischen Gymnasiums hatten sie 2003 im Unterricht gestaltet. Kunst für den öffentlichen Raum aus Selm für Selm.

Vom kleinen Modell zum vier Meter hohen Kunstwerk

Ursprünglich hatten die Jugendlichen lediglich kleine Modelle gestaltet: klein- und großkariert und in unterschiedlichen Farben. Der Wirtschafts- und Kulturförderverein (Wikult) hatte sich dafür eingesetzt, dass die Ideen echter Bestandteil des Selmer Straßenraums werden: vier Meter hoch und von dem Unternehmen Metallbau Polenz in Lüdinghausen gestaltet.

Nach 16 Jahren Wind und Wetter, Abgasen und Fahrfehlern und der mehr als zweijährigen Kreisstraßensanierung werden die bunt karierten Kunstwerke jetzt entrostet, aufgearbeitet und farblich ergänzt werden. Denn dass sie nach all der Zeit ihren festen Platz im Selmer Straßenbild behalten sollen, stand für die Stadt und den Wikult von vorne herein fest.

5000 Euro hatte die Bürger- und Kulturstiftung der Sparkasse 2018 für die Restaurierung zur Verfügung gestellt.

Jeweils eineinhalb bis zwei Wochen dauert es, bis Wulferts Team eine Stele rundum erneuert hat. „Wir machen das immer zwischendurch“, sagt der Chef. Wann die Stele wieder am Kran schaukelt, damit sie auf der Ecke Kreisstraße/Brückenstraße verankert werden kann, ist noch offen.

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