Das ehemalige HHKT-Gebäude wird abgerissen und weicht einem Bauprojekt

dzHolzener Weg

Mit dem Namen HHKT verbinden viele Schwerter das Gebäude, das ursprünglich ein Möbelhaus war. Jetzt macht es Platz für Neues.

Holzen

, 16.10.2018, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fensterhöhlen sind schon leer. Vor der Fassade packt der mächtige Greifer eines Baggers bergeweise Schutt in einen bereitstehenden Großcontainer. An der Ecke Holzener Weg/Westhellweg hat der Abriss des früheren Möbelhauses Glingener begonnen, in dem zuletzt lange Zeit ein Elektrobetrieb untergebracht war. Die alten Wände machen laut Auskunft der Stadt Platz für ein Wohnbauprojekt.

Einst ein Möbelhaus

Jahrzehntelang hatte das Möbelhaus-Gebäude diese Stelle am Ortseingang geprägt. „Es ist seit Anfang der 1950er-Jahre unter dieser Adresse zu finden“, berichtet der Vorsitzende des Heimatvereins Schwerte, Uwe Fuhrmann. Ganz allein auf weiter Flur war der für damalige Verhältnisse großzügige Verkaufsbau errichtet worden. Ringsherum, wo in 1970er-Jahren die als „Legoland“ bekannte Wohnsiedlung rechts und links der neuen Friedrich-Hegel-Straße hochgezogen wurde, gab es nichts als das „große Holzener Feld“. Auch das hoch aufragende Friedrich-Krahn-Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt schräg gegenüber entstand erst später.

Viele Schwerter pilgerten zu dem Möbelhaus, um sich mit Tisch, Stühlen oder Schränken einzurichten. Es wurde auch geliefert. An Selbstaufbau dachte in Vor-Ikea-Zeiten niemand. In den 1980er-Jahren übernahm dann die Firma Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HHKT) die Verkaufsräume am Holzener Weg, um dort ein Service-Zentrum für Haus- und Elektrotechnik einzurichten. Im April 1988 zog der gesamte Kundendienst des Unternehmens, der zuvor im früheren „Handelshaus am Stadtpark“ an der Gasstraße untergebracht war, in das frühere Möbelhaus ein. Es war durch umfangreichere Umbauarbeiten angepasst worden.

Ersatzteillager und Verkauf

Der Name „HHKT Electronica“ über der Tür wies künftig den Kunden den Weg. Dem Zentrum angeschlossen hatte der HHKT-Inhaber, der Kaufmann Josef Schlütz, ein Ersatzteillager sowie den Verkauf von Installations- und Elektromaterial. „Dieser Schritt war aufgrund des immer größeren Bedarfs an Service für Haus- und Elektrotechnik unabwendbar“, sagte Schlütz damals. Schritt für Schritte hatte er sein Firmenimperium ausgebaut, dessen Grundstein er im Oktober 1965 mit einem Elektrogeschäft in der Mülmkestraße gelegt hatte. Ein Küchenstudio kam dazu und ein Hifi-Studio. Schließlich baute er den HHKT-Handelspark an der Sonnenstraße. Der Name wurde bei den Schwertern zu einem Synonym für Haushaltsgeräte, Fernseher und Küchen. Die Ruhr Nachrichten würdigten die Leistung von Josef Schlütz im Jahre 2002 mit der Auszeichnung als „Unternehmer des Jahres“. Er starb 2013 im Alter von 79 Jahren.

Einen Elektrobetrieb gab es noch länger in den Räumen am Holzener Weg 79. Außerdem soll sich dort – wie am Abriss Beteiligte erzählten – eine „Muckibude“ befunden haben. Kaum hatten die Arbeiter mit ihrem Zerstörungswerk begonnen, da kam ein Mann mit einer Bitte zu ihnen: Ob er wohl das alte Firmenschild erwerben könne? Denn er habe dort 25 Jahre seines Lebens gearbeitet. Verkauft wurde ihm das Erinnerungsstück nicht – er erhielt es als Geschenk.

Es entsteht barrierefreies Wohnen

Künftig werden auf dem Grundstück keine Arbeitsplätze mehr sein. Wie von Seiten der Stadt Schwerte zu erfahren war, sei nach dem kompletten Abriss der alten Gebäude die Neuerrichtung eines reinen Wohngebäudes geplant. „Überplanung“ sagen die Fachleute zu diesem Vorgang. Dabei solle barrierefreier Wohnraum nach heutigem Standard entstehen, wie er gebraucht werde. Dazu gehören wohl auch ein Aufzug und Stellplätze in einer Tiefgarage.

Die Rechtsgrundlage für das Vorhaben bildet in diesem Gebiet der Bebauungsplan Nr. 105 „Rosen“, den der Rat der Stadt im Jahre 1983 aufgestellt hat. Danach handelt es sich um ein sogenanntes Allgemeines Wohngebiet. Zulässig – so die Stadt – sei auf dem Grundstück des früheren Möbelhauses ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen und darüber noch einem zurückspringenden Staffelgeschoss.

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