Das Lüner Rathaus ist jetzt ein „Big Beautiful Building“

Auszeichnung verliehen

Das 54 Meter hohe Rathaus ist jetzt offiziell ein „Big Beautiful Building“. Bei einer Führung durch das Gebäude am Samstag wurde auch deutlich: Beim Bau waren Kontraste gewünscht.

Lünen

, 28.10.2018, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Lüner Rathaus ist jetzt ein „Big Beautiful Building“

Das Lüner Rathaus gilt als eines der bedeutendsten Vertreter der Nachkriegsmoderne. Davon konnten sich rund 70 Gäste bei einer Führung mit dem Architekten Peter Freudenthal (r.) überzeugen. Der stellv. Vorsitzende des Fördervereins für Kunst und Kultur blickte in der Bürgerhalle zurück in die Aufbruchstimmung der 50er-Jahre, den wachsenden Wohlstand und erläuterte die architektonische Formensprache. © Foto: Beuckelmann

Eine bessere Zukunft aufbauen und die Vergangenheit hinter sich lassen: Vor 58 Jahren bewiesen Lokalpolitik und Verwaltung mit ihrer Entscheidung Mut zum Handeln. Sie ließen das 54 Meter hohe Rathaus als prägendes Bauwerk errichten. Am Samstag wurde dem Gebäude mit der Auszeichnung „Big Beautiful Building“ ein symbolisches Denkmal gesetzt.

Lünen kann stolz sein. Unter den über 200 Rathäusern in Westfalen stehen nur 16 unter Denkmalschutz. Das Lüner Rathaus gilt als eines der bedeutendsten Vertreter der Nachkriegsmoderne. Davon konnten sich rund 70 Gäste bei einer Führung mit dem Architekten Peter Freudenthal überzeugen.

Der stellv. Vorsitzende des Fördervereins für Kunst und Kultur blickte in der Bürgerhalle zurück in die Aufbruchstimmung der 50er-Jahre, den wachsenden Wohlstand und erläuterte die architektonische Formensprache: „Ausdruck der zeittypischen Materialien war, dass Kontraste gewünscht waren. Freie Kommunikation aller verfügbaren Materialien: Kunststoff, Kleinmosaike, Schmiedeeisen, Eisen, Beton, Naturstein, Marmor, Holzfaserplatten – ein Material-Mix.“

Demokratische Architektur

Leichtigkeit der Konstruktion, lichtvolle Innenräume und die Außenwelt miteinzubeziehen, so beschrieb Freudenthal die „demokratische“ Architektur. 72 Architekturbüros hätten sich 1955 am Wettbewerb um den Bau beteiligt. Werner Rausch und Siegfried Stein erzielten den 1. Platz mit ihrem Entwurf, der die Altstadt und das Rathaus als Partner in Einklang brachte.

Werner Tischer beleuchtete in seinem Vortrag die künstlerischen Gestaltungselemente, darunter die „Goldene“ Wand des Kölner Künstlers Buja Bingemer. „Damit sind wir Spitze im Ruhrgebiet“, freute sich Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter, über die Auszeichnung. Das Prädikat „Big Beautiful Building“ tragen neben dem Rathaus auch das Heinz-Hilpert-Theater und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Bürgerhalle soll noch offener werden

In seiner Rede wünschte sich Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, die Bürgerhalle noch offener zu gestalten und den Durchgang länger als bisher zu ermöglichen. Carsten Unterberg, Technischer Leiter des Bauvereins zu Lünen, freute sich im Namen der Eigentümergemeinschaft, der Rathaus Lünen GbR, ebenso über die Auszeichnung.

Stadtarchivar Fredy Niklowitz erinnerte in seinem Bildervortrag an die Zeitgeschichte und das Demokratieverständnis. Über das Thema Rathausbau in der Nachkriegszeit informierte Dr. Anke Kuhrmann (Referentin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Die Übergabe der Auszeichnung erfolgte durch Prof. Christa Reicher, Leiterin des Lehrstuhls Städtebau und Entwerfen und Direktorin des Instituts Städtebau und Urbanistik, RWTH Aachen. Unterhaltsamer Höhepunkt war eine Filmvorführung von Knuth Thamm, der einen alten Image-Film über die Einweihung des Rathauses durch Willy Brandt zeigte.

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