Diese besondere Aufgabe hat Schauspielerin Anke Sevenich beim 30. Kinofest übernommen

dz30. Kinofest

Anke Sevenich gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Beim Kinofest war die zierliche Brünette schon mehrmals zu Gast. Dieses Jahr hat sie eine besondere Aufgabe übernommen.

Lünen

, 30.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die begeisterte Frankfurterin Anke Sevenich ist gern gesehener Gast auf den Bildschirmen und Theaterbühnen, spielte in mehreren Tatortfolgen ebenso mit wie in historischen und zeitgenössischen Fernsehfilmen.

An das Lüner Kinofest und dessen Empfang, jedes Jahr im Februar während der Berlinale hat sie viele gute Erinnerungen. Nicht nur, weil sie in Lünen sogar schon einen Preis gewonnen hat. In diesem Jahr hat sie eine besondere Aufgabe - Anke Sevenich ist Mitglied der Jury, die den Preis für den besten Schauspieler vergibt.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch beim Kinofest, als Sie den Film „Das Gelübde“ vorstellten?

Auf jeden Fall, es hat mir sehr gut gefallen. Das war 2007 mit dem Dominik Graf-Film. Ich fand den Empfang in Lünen total nett. In meinem Hotelzimmer standen Blumen, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Für mich ist auch der Berlinale-Empfang des Kinofestes im „Oxymoron“ ein fester Termin. Ich finde, es ist einer der tollsten Empfänge während der Berlinale, auch weil da Filme gezeigt werden. Da gehe ich sehr gerne hin.

Diese besondere Aufgabe hat Schauspielerin Anke Sevenich beim 30. Kinofest übernommen

Die Schauspieler Misel Maticevic als Schriftsteller Clemens von Brentano (v.l.), Tanja Schleif als Nonne Anna Katharina Emmerich, Arved Birnbaum als Pater Lambert und Anke Sevenich als Annas Schwester Gertrud bei den Dreharbeiten zu „Das Gelübde“ in Billerbeck. © picture-alliance/ dpa

Hatten Sie vorher schon was vom Lüner Kinofest gehört?

Ich denke, über meinen damaligen Agenten Jochen Döll. Ich habe aber auch Mike Wiedemann (Leiter des Lüner Kinofestes, Anm.d.Red.) schon früh kennengelernt und über ihn dann auch vom Festival gehört. Es macht immer Spaß, Mike zu treffen, das gilt auch für die Begegnungen mit Anke Höwing (Vorsitzende des Kinofestkomitees, Anm.d.Red.) und Kathrin Bessert (Wiedemanns frühere Stellvertreterin, Anm.d.Red.).

Ein paar Jahre nach ihrem ersten Besuch in Lünen waren Sie mit einem mittellangen Film in Lünen. Warum lag Ihnen „Familienzuwachs“ besonders am Herzen.

Ich habe mich gefreut, dass es für diesen Film, in dem ich die Hauptfigur gespielt habe, in Lünen den Publikumspreis gab. Ist aber auch ein schöner Film geworden, wir haben dafür auch den hessischen Nachwuchs-Filmpreis bekommen.

Diese besondere Aufgabe hat Schauspielerin Anke Sevenich beim 30. Kinofest übernommen

Für ihren Kurzfilm „Famillienzuwachs“ bekamen Anke Sevenich (M.) und Teresa Hoerl einen Kurzfilmpreis beim Kinofest, hier mit Moderator Peter G. Dirmeier bei der Preisgala im Theater. © Günter Blaszczyk

Wie wichtig sind Festivals für Sie als Schauspielerin?

Biographie

Bekannt geworden durch Serie „Heimat“

  • Bekannt wurde die Frankfurterin und Fast-Medizinerin Anfang der 90er Jahre durch die Rolle des „Schnüsschens“ im Film-Epos „Die zweite Heimat“ von Edgar Reitz.
  • Sie wuchs in Langen (Hessen) auf. Nach dem Abitur studierte sie von 1979 bis 1983 Schauspiel an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover. Bereits im zweiten Studienjahr bekam sie eine Gastrolle am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, woraufhin sie nach Beendigung ihrer Ausbildung in das feste Ensemble übernommen wurde.
  • Seit 1987 arbeitet sie als freie Schauspielerin. Nach „Heimat“ spielte sie zahlreiche Fernsehrollen, so trat sie allein in der Tatort-Reihe inzwischen mehr als ein Dutzend Mal in Episodenrollen auf.
  • Im Jahr 2008 spielte sie die Rolle der Gertrud in dem historischen Film „Das Gelübde“ von Dominik Graf.
  • 2009 wurde Anke Sevenich in einem Zuschauerkontest des Hessischen Fernsehens auf Platz drei der beliebtesten lebenden Schauspielerin in Hessen gewählt.

Sie werden immer wichtiger. Auch weil ich mich beruflich umorientiere. Ich spiele nicht mehr nur in Fernsehfilmen. Ich möchte auch Projekte machen, die richtige Herzensprojekte für mich sind, darin liegt meine Leidenschaft. Stoffe, bei denen es nicht um Quoten geht. Deshalb schreibe ich auch und habe 2016 zusammen mit Stephan Falk den Deutschen Drehbuchpreis für „Sayonara Rüdesheim“ bekommen.

Was unterscheidet das Lüner Kinofest Ihrer Meinung nach von anderen Filmfesten?

Das Persönliche - und das geht von den Machern des Kinofestes aus. Ich hab mich immer sofort gut aufgehoben gefühlt. Auch die Nähe zum Publikum gefällt mir in Lünen, dass man mit den Zuschauern am Ende über den Film reden kann. Als wir „Familienzuwachs“ gezeigt haben, waren wir nachher alle noch in einer Kneipe - Leute vom Film und das Publikum zusammen. Das fand ich gut.

Sie haben in Berlin erzählt, dass Sie an einem Filmprojekt arbeiten, gibt es da Neuigkeiten?
Wenn wir„Sayonara Rüdesheim“ drehen, werde ich auch mitspielen. Momentan bereite ich einen eigenen Kurzfilm mit dem Titel „Klabautermann“ vor. Eine Förderung dafür habe ich schon bekommen und hoffe auf eine weitere durch das Kuratorium „Junger Deutscher Film“. Dann können wir auch drehen. Ich werde in diesem Film nicht vor der Kamera stehen, sondern Regie führen. Und wenn er fertig ist, komme ich damit natürlich auch gerne nach Lünen.

Diese besondere Aufgabe hat Schauspielerin Anke Sevenich beim 30. Kinofest übernommen

Schauspieler Anke Sevenich stellte den mittellangen Film "Familienzuwachs" beim Lüner Kinofest vor. © Günter Blaszczyk

Mit der Serie „Heimat“ wurden Sie bekannt. Wie verbunden sind Sie Ihrer Heimat Frankfurt und Hessen?

Sehr. Wenn ich emotional werde, dann spreche ich auch Hessisch. Ich habe jedoch den Eindruck, dass man, wenn man Filme machen will, heute unbedingt nach Berlin gehen muss. Das wird immer zentralistischer, das finde ich nicht gut. Filme sollten überall gedreht werden, in allen Landstrichen.

Auf Ihrer Website steht, dass Sie Fast-Medizinerin sind - wie weit sind Sie mit dem Studium gekommen?

Bis zum Physikum. Dann kam aber die „Zweite Heimat“ raus und ich bekam so tolle Filmangebote, dass ich mich erstmal für die Schauspielerei entschieden habe. Und dabei blieb es. Aber ich habe das Medizinstudium nie bereut, es war eine richtig klasse Zeit und ich habe viel gelernt.

Diese besondere Aufgabe hat Schauspielerin Anke Sevenich beim 30. Kinofest übernommen

Mit Udo Wachtveitl (v.l.), Jutta Speidel, Peer Jäger und Christoph Zrenner spielte Anke Sevenich (M.) im ZDF-Film "Richterin ohne Robe". © picture-alliance/ dpa

Verraten Sie etwas über Ihre beruflichen Pläne?

Ich spiele im Schauspiel in Frankfurt, in einer Inszenierung des tollen jungen Regisseur David Bösch. Wir waren damit auch bei den hessischen Theatertagen. Mitte der Spielzeit werde ich auch einen Monolog unter der Regie von Anselm Weber, dem Intendanten, machen. Außerdem drehe ich - fürs Fernsehen hauptsächlich Krimis und einen Mystery-Heimatfilm, den junge, engagierte Leute drehen und der unter dem Motto „Spessart-Tale“ laufen wird.

Was wünschen Sie dem Lüner Kinofest zum 30. Geburtstag?

Noch mal 30 gute Jahre. Das Kinofest soll nicht weich werden, sondern so hart und herzlich bleiben, wie es ist.

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