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Der Wochenmarkt in Borkläuft jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr im Borker Ortskern. Die Stände sind kompakt gestellt, erzeugen gemütliches Flair. Und doch gefällt das Konzept nicht jedem.

von Arndt Brede

Bork

, 23.07.2018 / Lesedauer: 4 min

Bereits an der Einmündung Waltroper Straße ist eine Absperrung aufgestellt mit dem Hinweis „Zufahrt frei bis Kirchplatz“. In Höhe der Bäckerei Langhammer steht ein weiteres Absperrgitter. Und auch von der Bahnhofstraße ist die Hauptstraße gesperrt. Sieben Stände - Käse, Fleisch, Blumen, Gemüse, Eier, Textilien, Uhren - sind es an diesem Donnerstag, die den Wochenmarkt in Bork bilden. Warum ist eine so großzügige Absperrung des Dorfkerns nötig?

Die Frage kann am besten Marktmeister Franz-Josef Raubuch beantworten: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Absperrung bei Langhammer weiter Richtung Osten gezogen werden könnte. Dann könnte man ein Schild für eine Umleitung über den Kirchplatz anbringen. Aber rund um die Eiche geht nichts mehr.“ Warum? „Die Fluchtwege müssen gewahrt sein.“ Denn wenn auch nur ein Stand quer zur Fahrbahn vor die große Eiche mitten auf der Hauptstraße gestellt würde, käme ein Rettungswagen nicht mehr durch, sagt der Marktmeister. Also gilt die Sperrung ab Einmündung Auf der Schlucht.

Sperrung ist aus Sicherheitsaspekten wichtig

Ein Markt bei laufendem Verkehr auf der Hauptstraße sei auch schon aus Sicherheitsaspekten nicht denkbar: „Gegen Nachmittag rollt hier der Verkehr durch den Ortskern. Das würde überhaupt nicht funktionieren.“

Sieben Stände, das klingt nicht viel. Aber wie sieht es mit den Kapazitäten im Ortskern aus? „Es könnten noch Stände dazu kommen“, antwortet Franz-Josef Raubuch. Alle 14 Tage komme noch ein Stand mit Textilien. Ein Fischstand wäre noch schön, sagt Raubuch. Die Einschränkung: „Bei den Temperaturen ist es aber mit der Kühlung nicht so einfach.“ Grundsätzlich seien die Möglichkeiten, den Markt die Hauptstraße runter bis zur ehemaligen Schlecker-Immobilie zu ziehen, gegeben.

Darum ist das Konzept des Borker Wochenmarktes umstritten

Die Hauptstraße ist gesperrt, obwohl große Bereiche leer stehen. © Arndt Brede

Vorschlag: Den Markt länger ziehen

Andreas Langhammer steht dieweil am Stand vor seiner Bäckerei und versorgt die Kunden. Einige sitzen am Tisch, trinken eine Tasse Kaffee, essen ein Stück Kuchen. Wie sieht der Bäckermeister die Situation auf der Hauptstraße während des Wochenmarktes? „Die Absperrung direkt vor meinem Geschäft ist überflüssig und nicht ganz korrekt aufgestellt.“ Nicht ganz korrekt? „Das Schild heißt Durchfahrt verboten, Anlieger frei. Wenn jetzt noch ein Fahrtrichtungs-Zusatzschild angebracht würde, dass man über den Kirchplatz abfahren kann, würde so manche Verkehrssituation entschärft.“ Autos fahren oft rückwärts, was zu gefährlichen Situationen führe. Zu der Aufstellung der Stände auf dem Wochenmarkt hat Langhammer auch eine Meinung: „Man müsste den Markt einfach länger ziehen, von der Bahnhofstraße mehr ins Dorf rein und nicht alles hinten konzentrieren.“ Vor seinem Geschäft und der Trinkhalle Skusa/Kiwall sei die Hauptstraße leer.

Und was sagen Händler über den Wochenmarkt in Bork? Lohnt es sich überhaupt, in den Sommerferien bei solchen heißen Temperaturen, mit seinem Stand anzureisen? „Also wenn es, wie angekündigt, 35 Grad werden, dann fahre ich nicht hierhin“, sagt der Olfener Blumenhändler Michael Möller. „Bei solchen Temperaturen macht doch niemand einen Schritt zu viel.“ Die Kunden würden entsprechend weniger einkaufen. „Und bei den Frischehändlern müssen ja auch die Kühlungen mitspielen.

Markt ist zum Treffpunkt geworden

Bei den Borkern kommt der Wochenmarkt, so wie er ist, offenbar gut an. Man kauft ein, man trifft sich, plaudert miteinander, Mittendrin Tim Seiler. Er ist heute mit seinem Sohn Oskar unterwegs, um einzukaufen. Fleisch. Oskar bekommt sogar ein Stück Wurst. Einer der Gründe, warum Sohn und Papa so gern zum Markt auf der Hauptstraße kommen. „Er ist ein Treffpunkt geworden“, sagt Seiler. „Man kennt sich, man kennt die Händler, die hier stehen.“ Nicht nur die persönliche Beratung auf dem Borker Markt sei gut. „Wir haben hier auch die Qualität.“ Und zwar Produkte aus der Region. Nicht selten sei, dass Oskar, wenn er vom Markt wieder nach Hause kommt, sagt: „Ich bin satt.“ Wie die Anordnung der Stände sei oder wo die Stände überhaupt aufgestellt werden sollen, das sei ihm egal, sagt Tim Seiler. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir den Markt haben und dass er hierbleibt.“

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