DNA-Spuren und ein besonderer Zeuge überführen den 28-jährigen Brandstifter

Haftstrafe für Einbruch und Brandstiftung

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2017 wird den Betroffenen in Wethmar in Erinnerung bleiben. Vor dem Amtsgericht Lünen hatten die Vorkommnisse jetzt ein juristisches Nachspiel.

von Heinrich Höckmann

Wethmar

, 15.11.2018, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Feuer riss die Bewohner der Wehrenboldstraße und des Hermann-Löns-Wegs aus dem Schlaf. Damals war ein 28-jähriger Lüner in fünf Gärten der Nachbarschaft eingedrungen.

Das juristische Nachspiel fand am Mittwoch (14. November) vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lünen statt. Dort musste sich der Mann wegen des Vorwurfs der Brandstiftung und des Einbruchdiebstahls verantworten.

Zudem war er in einer anderen Sache – wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln – angeklagt.

Für den Angeklagten stand viel auf dem Spiel, eine neunmonatige Bewährungsstrafe hätte widerrufen werden können. Unter Einbeziehung dieser Strafe wurde er zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Für den Besitz des Marihuanas zusätzlich zu zwei Monaten.

Teilgeständnis abgelegt

Den Besitz von Marihuana gestand er, mit den Einbrüchen und den Brandstiftungen wollte er aber nichts zu tun haben. Doch die Indizien sprachen eine ganz andere Sprache. In einer Gartenlaube stahl der Täter einen Zimmermannshammer und einen Kanister mit Benzin. Auf dem Hammer wurden später Spuren seiner DNA gefunden.

Das in der Laube gelegte Feuer schwelte nur, im nächsten Garten loderte dann ein richtiges Feuer. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr verhinderte Schlimmeres. Im Zeugenstand berichtete ein Zeuge mit bebender Stimme von dem Brand und dem hohen Schaden, der sich auf 40.000 Euro belief. Einen Garten weiter versuchte der Täter schließlich, ein Fenster aufzuhebeln.

Wahlhelfer sei Dank

Außerdem brach er noch eine Garage auf. Am letzten Tatort ergriff er dann die Flucht, als er einer Zeugin und deren 19-jährigen Sohn gegenüber stand. Dieser junge Mann hat eine besondere Gabe, er kann sich Gesichter merken.

Als Wahlhelfer bei den Landtagswahlen am 14. Mai erkannte er den Angeklagten wieder und notierte sich den Namen. Die Polizeibeamten staunten, als der Zeuge aus der Wahlbildvorlage den Angeklagten erkannte und gleich den Namen dazu lieferte.

Die Aussage eines vermeintlichen Entlastungszeugen bezeichnete die Vorsitzende Richterin Beatrix Pöppinghaus als eine Frechheit. Der sollte seinem Kumpel ein Alibi verschaffen, verwickelte sich aber in Widersprüche und muss nun ein Verfahren wegen Falschaussage befürchten.

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