DHB-Team: Mit „Krieger Böhm“ zu neuen Rückraum-Ideen

Knapp einen Monat dauert es noch, dann eröffnet die deutsche Nationalmannschaft die Handball-WM. Die Erwartungen sind hoch. Doch es gibt personelle Probleme. Fabian Böhm soll helfen.

11.12.2018, 12:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
DHB-Team: Mit „Krieger Böhm“ zu neuen Rückraum-Ideen

Nationalspieler Fabian Böhm (r) gehört zu den Hoffnungsträgern im Rückraum. Foto: Axel Heimken

Seinen Kampfnamen hat Handball-Profi Fabian Böhm weg. „Absoluter Krieger“, so bezeichnet Bundestrainer Christian Prokop den linken Rückraumspieler der deutschen Nationalmannschaft, die sich derzeit bei einem Lehrgang in Rostock auf die Heim-WM in einem Monat vorbereitet.

Böhm von der TSV Hannover-Burgdorf gehört zu den Hoffnungsträgern im Rückraum für das Turnier vom 10. bis 27. Januar. Denn die Schützen aus der zweiten Reihe stellen derzeit nicht die Paradereihe in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Böhm ist mit seinen 58 Saisontoren und einer Trefferquote von 60,4 Prozent in der laufenden Bundesliga-Saison kein überragender Torlieferant. Aber allein danach trachtet Prokop ohnehin nicht. Nach dem erlittenen Kreuzbandriss des wurfgewaltigen 110-Kilo-Kraftpakets Julius Kühn Ende Oktober musste der Bundestrainer neue Konzepte für den Rückraum entwickeln.

Kühn kanonierte in der vergangenen Bundesliga-Saison 224 Würfe für die MT Melsungen in des Gegners Tor. „Wir können ihn nicht eins zu eins ersetzen, gerade was leichte Tore aus dem Fernwurfbereich angeht“, sagt Prokop und stellt im Sky-Interview klar: „Aber die Breite ist unsere Stärke, und wir haben mit Fabian Böhm einen absoluten Krieger auf der Position.“

Böhm ist für den Coach, der seinen vorläufigen 28er-Kader noch auf 16 Profis reduzieren muss, eine feste Größe. „Dass man vom Bundestrainer momentan als Nummer eins genannt wird, ist eine Auszeichnung“, bedankt sich Böhm. Aus seinem Club erhält er weitere Anerkennung. „Fabian ist ein emotionaler Leader. Er hat seine Stärken im Eins-zu-eins-Spiel, ist sehr abwehrstark, hat einen guten Wurf“, lobt ihn Sven-Sören Christophersen, Sportlicher Leiter von Hannover-Burgdorf, und betont: „Der Bundestrainer schätzt Qualitäten und Mentalität von Fabian.“

Der 1,98 Meter große Böhm soll die Anführerrolle im Club auch in die Nationalmannschaft einbringen. 13 Länderspiele hat der gebürtige Potsdamer mit seinen 29 Jahren auf dem Konto. Das ist nicht viel. In der Auswahl verspürt er großen Hunger. Denn bislang steht nur ein siebter Platz bei der WM 2015 in Katar zu Buche. Die „taktischen Anpassungen“ im Rückraum ohne Kühn will Prokop testen. Gelegenheit dazu hat er im Länderspiel am Mittwoch (19.00 Uhr) in Rostock gegen Polen. Böhm: „Ich habe ein gutes Gefühl.“

Dabei hofft der Bundestrainer auch auf Impulse von der wichtigen zentralen Rückraumposition. Denn dort lief es bei WM 2017 (9. Platz) und EM 2018 (9.) nicht so, „wie es für eine Mannschaft, die in die Weltspitze möchte, zu funktionieren hat“, meint Prokop. Deshalb hat er Zweitliga-Spieler Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) zurückgeholt, hofft auf den gerade genesenen Paul Drux und setzt den rechten Mann Fabian Wiede (beide Füchse Berlin) im Zentrum ein. Der Rückraum steht unter Prokops besonderer Beobachtung.

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