Coronavirus-Fall in Bayern: Mann steckte sich bei Kollegin aus China an

Lungenkrankheit

In Bayern hat sich ein Mann mit dem Coronavirus infiziert. Offenbar steckte er sich bei einem Gast aus China an. Der Patient ist isoliert und steht unter Beobachtung.

Starnberg

28.01.2020, 11:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Coronavirus-Fall in Bayern: Mann steckte sich bei Kollegin aus China an

Die Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing. © dpa/Archiv

Der Coronavirus-Fall sei den Behörden seit 20.30 Uhr am Montag bekannt, bestätigten Vertreter des bayrischen Gesundheitsministeriums bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag.

Es handele sich um einen 33-jährigen Mann aus Landsbergs, der bei einer Firma im Landkreis Starnberg arbeitet. Am vergangenen Dienstag habe er an einem Meeting in Starnberg teilgenommen. Die Schulungsleiterin war eine mit dem Coronavirus infizierte Chinesin, die sich seit dem 19. Januar in Deutschland aufhielt.

Die Firma unterhalte Zweigwerke in China. Die Mitarbeiterin stamme zwar aus Shanghai, habe aber einige Tage vorher Besuch von Eltern aus der Region Wuhan bekommen. Die Chinesin sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen nach China. Schon auf dem Heimflug habe sie sich grippig gefühlt.

In China habe sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Ein Test auf das Coronavirus sei positiv ausgefallen. Die Firma wurde in Deutschland informiert, auch das Gesundheitsamt und die Mitarbeiter, die mit der Chinesin Kontakt hatten.

Coronavirus-Fall in Bayern: Dem Patienten geht es gut

Ein Mitarbeiter der Schulung erklärte daraufhin, er habe sich bereits am Wochenende grippig gefühlt mit Symptomen einer Bronchitis. Am Montag ging es ihm wohl besser, weswegen er wieder zur Arbeit ging. Allerdings habe sich ein Test auf das Coronavirus empfohlen, weil er sowohl klinische Symptome hatte und Kontakt mit einer Infizierten.

Eine Diagnostik wurde am Montagnachmittag vorgenommen. Abends lag dann ein positives Ergebnis vor. Nach Auskunft der Klinik geht es dem Patienten recht gut, der Zustand habe sich nicht verschlechtert. Es sei noch unklar, wie lange der stationäre Aufenthalt notwendig ist.

Coronavirus-Fall in Bayern: Bisher keine Hinweise auf weitere Infizierte

Von zentraler Bedeutung sei laut den Behörden jetzt die Kontaktpersonen-Ermittlung. Das müsse jetzt ganz rasch im Laufe des Tages passieren. Die bayerischen Behörden überprüfen auch einen Kindergarten. Der 33 Jahre alte Patient stamme aus dem Landkreis Landsberg und habe Kinder in dem Kindergarten. „Natürlich denken wir an Kinder und auch an die Kindergärten“, sagte Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Kontaktpersonen würden beobachtet, aber erst getestet, wenn sie Symptome zeigen. Engen Kontakt mit dem Infizierten und auch der chinesischen Schulungsleiterin könnten Mitarbeiter in der Firma, aber auch die Familie gehabt haben. Nach dem jetzigen Kenntnisstand seien keine weiteren Infizierten ermittelt worden. Es sei aber nicht auszuschließen, dass weitere Kontaktpersonen infiziert sind.

RND/dpa

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