High-Tech-Papierkörbe, neuartige Abfallsauger und teure Hundehaufen-Knöllchen. Die Stadt hat sich neun Maßnahmen überlegt, mit denen sie Schwerte sauberer machen will.

Schwerte

, 20.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was ärgert den Schwerter am meisten? Bei vielen Umfragen zu diesem Thema geht es fast immer auch um die Sauberkeit der Stadt. Vor einem Jahr wurde deshalb eine Projektgruppe mit dem Namen „Saubere Stadt“ eingerichtet. Die stellte am Donnerstag ihre Ergebnisse vor. Herausgekommen ist Katalog mit neun Maßnahmen, mit denen man Unrat, Hundekot und Zigarettenkippen zu Leibe rücken will. Einige davon kostet Geld, anderes will der Bauhof ohne weiteren Aufwand schultern.

Computergesteuerte Abfalleimer und Riesen-Sauger - so soll Schwerte sauber werden

Nicht jeder Hundehalter räumt das Geschäft seines Tieres weg. © picture alliance / dpa

1) Knöllchen für Hundehaufen und Kippen werden teurer

Wer die Hinterlassenschaft seines Hundes nicht beseitigt, soll künftig mit 35 Euro zur Kasse gebeten werden. Für die Hundhaufen-Knöllchen ist der Kommunale Ordnungsdienst zuständig. „Hier wollen wir konsequenter einschreiten“, so Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Allerdings, so räumt er ein, müsse man die Hundehalter auf frischer Tat ertappen. Außerdem muss der seine Personalien mehr oder weniger freiwillig abgeben. Denn die Befugnisse des Kommunalen Ordnungsdienstes sind begrenzt. Anderseits arbeitet der mit der Polizei zusammen. Und die kann die Personalien der Hundehalter auch ohne deren Mitarbeit feststellen.

2) Laubkörbe für Straßen mit Straßenbäumen

An Straßen mit großem Baumbestand will die Stadt künftig Drahtkörbe für Laub aufstellen. Dort können die Anwohner dann die Blätter entsorgen, die sie vom Gehweg gefegt oder geblasen haben. Versuchsweise sollen bereits im kommenden Monat an der Graf-Adolf-Straße und der Paul-Hoffmann-Straße die ersten Laubkörbe aufgestellt werden. Wenn die Bürger mitziehen, sollen 2020 weitere Drahtkörbe aufgestellt werden.

Computergesteuerte Abfalleimer und Riesen-Sauger - so soll Schwerte sauber werden

Bürgermeister Dimitrios Axourgos und Michael Starzonek vom Bauhof stellten den Neun-Punkte-Plan zur "Sauberen Stadt" vor. © Heiko Mühlbauer

3) Express-Gebühr für eilige Sperrgutkunden

Wer eine Sperrgutkarte für 13 Euro kauft, muss meist einige Wochen auf seinen Abfuhrtermin warten. Wer allerdings die Wohnung kurzfristig entrümpeln muss, stellt dann seinen Sperrmüll oft vorzeitig an die Straße. Um zumindest Kunden, die bereit sind, 39 Euro zu bezahlen, einen kurzfristigen Sperrguttermin zu ermöglichen, gibt es ab Oktober die Express-Sperrgutkarte. Der einzige Haken: Bislang ist der Kauf nicht im Netz oder gar per App möglich. Wer allerdings bei der Stadt anruft, erhält einen Termin und kann sich dann beim Bauhof oder einer der anderen Verkaufsstellen eine Sperrgutkarte kaufen.

Computergesteuerte Abfalleimer und Riesen-Sauger - so soll Schwerte sauber werden

Damit die Stadt weiß, wo man im Wald Müll entsorgt hat, soll es künftig eine App geben. © Bernd Paulitschke

4) Eine App, um wilde Müllkippen zu melden

Wer wilde Müllkippen in der Landschaft entdeckt, kann die heute schon per E-Mail, Kontaktformular auf der Internetseite der Stadt oder traditionell per Telefon melden. Da soll künftig auch über die Schwerte-App möglich sein. Dort könne man dann gleich ein Bild mit GPS-Daten an den Bauhof schicken. Doch die Stadt ist nicht der einzige Anbieter solcher Apps. Es gibt sowohl nicht-kommerzielle wie MÜLLweg!DE oder kommerzielle wie den maengelmelder.de. „Meldungen von denen gingen jetzt auch schon bei der Stadt ein, aber verhältnismäßig wenige“, so Axourgos.

Computergesteuerte Abfalleimer und Riesen-Sauger - so soll Schwerte sauber werden

Überfüllte Müllkörbe an der Ruhr. © Foto: Bernd Paulitschke

5) Füllstandssensoren für öffentliche Abfallkörbe

Geld will die Stadt für Füllstandssensoren an öffentlichen Abfallkörben in die Hand nehmen. Die Systeme seien ausgereift. Ein Sensor meldet, wenn der Abfalleimer voll ist, und der Bauhof kann zum Leeren rausfahren. Die Sensoren sollen im Außenbereich eingesetzt werden. Sie kosten nach Angaben des Bürgermeisters einen niedrigen dreistelligen Betrag, sodass man für sieben Testobjekte einen kleinen siebenstelligen Betrag ausgeben müsse. Die Technik hinter dem System sollen die Stadtwerke liefern. Insgesamt hat die Stadt 200 Abfallkörbe, doch nur die im Außenbereich sollen mit den Sensoren ausgestattet werden. Der Vorteil dieser Technik: Der Bauhof muss nicht zu Abfalleimern fahren, die noch gar nicht voll sind und weiß sofort Bescheid, wenn ein Abfalleimer zu voll ist.

6) Ein Abfallsauger für die Innenstadt

Für Kippen oder Scherben vor allem in der Fußgängerzone soll ein professioneller Abfallsauger bestellt werden. Die Kosten für so ein Gerät betragen 18.000 Euro. Die Mittel dafür sind in den (noch nicht verabschiedeten) Haushalt 2020 eingestellt worden. Das mannshohe Gerät fährt selbstständig und soll die Bereiche säubern, in die man selbst mit der kleinen Kehrmaschine nicht fahren kann.

7) Überprüfung der Pflegestandards für Grünflächen

Seit 2018 erfasst der Bauhof die einzelnen Leistungen bei der Pflege der Grünflächen in der Stadt. So will man sehen, mit welche Aufwand welcher Pflegezustand erreicht wird, wo man nachsteuern muss und wo man vielleicht auch etwas weglassen kann.

8) Mehr Zusammenarbeit mit Straßen.NRW

Für die großen Zufahrtsstraßen wie die Hörder Straße ist nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig. „Und der legt mehr Wert auf die Sicherheit als auf die Sauberkeit der Straße“, so Michael Starzonek vom Bauhof. Deshalb will man ein Abkommen mit dem Landesbetrieb zur Reinigung dieser Straßen schließen. Für die Reinigung soll Straßen.NRW dann zahlen. Ob die allerdings dazu bereit sind, ist noch nicht entschieden. Das Ansinnen der Stadt Schwerte wird bereits seit Februar geprüft.

9) Beteiligung der Öffentlichkeit

Und natürlich freut sich die Stadt auch weiterhin über Ideen aus der Bürgerschaft, wie man Schwerte sauberer machen kann.

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