Clan-Kriminalität: Polizei in Essen nimmt Barbershops ins Visier

Kriminelle Clans

In Essen - und auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalens - gibt es immer mehr Barbershops. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zu kriminellen Clans aus - und reagiert.

Essen

27.01.2020, 08:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Clan-Kriminalität: Polizei in Essen nimmt Barbershops ins Visier

Immer mehr Barbershops sprießen aus dem Boden. © dpa/Archiv

Im Kampf gegen Clankriminalität will die Essener Polizei verstärkt Barbershops unter die Lupe nehmen.

Die Polizei habe in letzter Zeit eine auffällige Häufung an Gewerbeanmeldungen in dem Friseurhandwerk festgestellt, sagte der Essener Hauptkommissar Thomas Weise der „Rheinischen Post“. „Barbershops sind ein neues Phänomen, das in unseren Kontrollfokus gerückt ist. Die Shops werden in diesem Jahr im Zusammenhang mit Clans das Thema werden.“

Allein im Problemviertel Altendorf und der nördlichen Innenstadt in Essen seien über 20 Barbershops kurz hintereinander eröffnet worden, sagte Weise. „Da sie sich in den einschlägigen Vierteln befinden, gehen wir momentan davon aus, dass es da Bezüge zur Clankriminalität gibt.“

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Rückzugsmöglichkeit für Clan-Mitglieder

Die Problematik besteht auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens: „Erste Erkenntnisse zeigen, dass Barbershops im Einzelfall von kriminellen Clanmitgliedern betrieben und durch das Clan-Milieu als Treffpunkt und Rückzugsmöglichkeit genutzt werden“, sagte eine Sprecherin des Landesinnenministeriums der Zeitung.

Erst vor wenigen Tagen waren in Berlin-Wedding 14 Barbershops kontrolliert worden. Zwei Läden wurden geschlossen und drei Menschen wegen unerlaubten Aufenthaltes vorläufig festgenommen. Auf Twitter erklärte die Polizei: „Die Bekämpfung krimineller Strukturen hat in Berlin auch weiterhin eine hohe Bedeutung.“

dpa

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