Chinesinnen in Massagesalon erstochen: 14 Jahre Haft

In einem Massagesalon werden zwei chinesische Frauen erstochen. Der Täter war ein Landsmann. Jetzt wurde er verurteilt.

01.10.2018, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Chinesinnen in Massagesalon erstochen: 14 Jahre Haft

Das Landgericht in Essen. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Nach dem gewaltsamen Tod von zwei Frauen in einem Gelsenkirchener Massagesalon ist ein 40-jähriger Chinese am Montag zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestanden, die ebenfalls aus China stammenden Erotik-Masseurinnen am 29. Oktober 2017 erstochen zu haben. Eines der Opfer wurde von über 30 Stichen getroffen - in die Brust und auch in den Vaginalbereich. „Die Frau ist fast zerfleischt worden“, sagte Richter Jörg Schmitt bei der Urteilsbegründung des Essener Schwurgerichts.

Die Hintergründe der Tat blieben bis zuletzt rätselhaft. „Wir konnten nicht aufklären, aus welchen Gründen sich der Angeklagte entschlossen hat, die beiden Frauen zu töten“, so Schmitt. Die 46 und 56 Jahre alten Opfer waren am Tatort verblutet.

Der Angeklagte hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Geständnis, in dem er das „deutsche Volk“ um Entschuldigung bat, hatte er aus der Haft heraus an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt. Es war im Prozess verlesen worden. Angaben zum Motiv fanden sich darin nicht.

Der 40-Jährige war 2016 von China nach Deutschland gekommen. Nachdem sein Antrag auf Asyl abgelehnt worden war und ihm die Abschiebung drohte, war er untergetaucht. Wie sich später herausstellte, hatte er in Gelsenkirchen eine kleine Wohnung gemietet. Nach der Tat war der Angeklagte nach Oberbayern geflohen. Dort hatte er in einem China-Restaurant unter falschem Namen eine Anstellung gefunden.

Das Urteil lautet auf zweifachen Totschlag. Die Staatsanwaltschaft hatte die Tötung der zweiten Frau als Verdeckungsmord gewertet und eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Dafür fehlten den Richtern laut Urteil jedoch Anhaltspunkte zum genauen Ablauf der Taten.

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