Check-Up nur noch alle drei Jahre – das sagt Schwertes Ärztesprecher dazu

dzUntersuchung beim Hausarzt

Die Krankenkassen zahlen ihren Patienten ihre Vorsorgeuntersuchung nur noch alle drei Jahre. Dr. Jörg Rimbach sieht dabei Probleme – besonders bei einer Patientengruppe.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 23.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum die Check-Up Untersuchung beim Hausarzt nur noch alle drei statt alle zwei Jahre durchgeführt werden darf, kann Dr. Jörg Rimbach selbst nicht genau erklären. „Ich habe nachgefragt, aber keine Antwort erhalten“, erklärt der Vorsitzende des Schwerter Ärztevereins. „Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat das so beschlossen und wir Ärzte müssen uns daran halten.“

Seit April wird Versicherten die Untersuchung ab 35 Jahren nur noch alle drei statt wie bisher alle zwei Jahre bezahlt. Neu eingeführt wurde allerdings der Check-Up für jüngere Patienten, der fortan einmal im Alter zwischen 18 und 35 Jahren durchgeführt werden darf.

Und auch der Umfang der Untersuchung hat sich verändert: Wie Dr. Jörg Rimbach erklärt, werden die Blutproben künftig zusätzlich auf Triglyceride, also Neutralfette, sowie die HDL- und LDL-Werte des Cholesterinspiegels untersucht. „Das Risikoprofil wurde also erweitert“, erläutert der Ärztesprecher.

Untersuchung sollte abhängig vom Gesundheitszustand gemacht werden

Bei der Beurteilung der Verlängerung des Zeitintervalls ist Rimbach allerdings zwiegespalten. Seiner Meinung nach müsse man dabei verschiedene Altersgruppen voneinander unterscheiden. „Bei Menschen, die kerngesund sind und sich sportlich betätigen, reicht die Untersuchung alle drei Jahre meiner Meinung nach aus“, erklärt der Allgemeinmediziner. „Bei älteren Leuten, ab 55 oder 60 Jahren, würde ich eine Untersuchung im zweijährigen oder noch regelmäßigeren Rhythmus allerdings befürworten.“

Jüngeren Patienten ab 18 Jahren, denen eine einmalige Check-Up-Untersuchung durch die Neuregelung erst ermöglicht wird, rät der Hausarzt, den Zeitpunkt der Kontrolle abhängig von ihrem allgemeinen Gesundheitszustand zu machen. „Wer in dem Alter kerngesund ist und regelmäßig Sport macht, bräuchte eine solche Untersuchung auch nicht routinemäßig“, so Rimbach. „Ich würde das abhängig davon machen, ob der Patient sich gesund fühlt.“

Ältere Patienten kommen häufiger zum Check-Up

Überhaupt stellt der Allgemeinmediziner klar, dass die entsprechenden Kontrollen bei Menschen, die sich krank fühlen, jederzeit außerhalb des dreijährigen Turnus durchgeführt werden können: „Das heißt nicht, dass die keine Blutuntersuchung bekommen“, so Rimbach.

Bisher habe er die Erfahrung gemacht, dass die Routineuntersuchung häufiger von älteren Patienten ab 60 Jahren in Anspruch genommen wird. Doch auch von den Über-35-Jährigen würde rund die Hälfte seiner Patienten regelmäßig zum Check-Up kommen. „Natürlich gibt es trotzdem auch viele, die das gar nicht machen“, so Rimbach.

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